Sechs von zehn Unternehmern aus der Medien-, Informations- und Kommunikationstechnikbranche sind mit dem Geschäftsverlauf im Jahr 2013 zufrieden oder sehr zufrieden.

Die Geschäftserwartungen für 2014 sind deutlich gestiegen: Mehr als die Hälfte (58 Prozent) rechnen mit einer positiven Entwicklung. Das sind mehr als im Vorjahr, als dieser Wert bei 43 Prozent lag. 70 Prozent der befragten Start-ups, die digitale Geschäftsmodelle verfolgen, zogen eine positive Geschäftsbilanz. Im Vorjahr waren es noch 66 Prozent.

Diese Zahlen gehen aus dem am Dienstag veröffentlichten Medienbarometer hervor. Das ist ein jährlicher Geschäftsklimaindex, der im Auftrag des Medienboards Berlin-Brandenburg und des Media.net berlinbrandenburg erhoben wird.

Das Medienboard versteht sich als zentrale Anlaufstelle für Unternehmen der Branche. Gesellschafter sind die Landesbanken der Bundesländer Berlin und Brandenburg. Media.net ist ein Verein, der die Interessen der Branche vertritt.

Beste Bewertungen kommen aus der Games-Branche

Schwerpunkt des diesjährigen Index waren die Entwicklung der Förderung und Finanzierung der Branche. Sie wird von 83 Prozent der Unternehmen als stabil bis positiv bezeichnet. Fast ein Drittel der Firmen meint, diese Situation habe sich in den vergangenen Jahren gebessert. Die besten Bewertungen kommen aus der Games-Branche. Hier wird die Lage von fast allen Firmen mit positiven Bewertungen bedacht.

Unter den Fördergeldern, die für knapp die Hälfte der Firmen die größte Rolle spielen, ist die regionale Förderung das wichtigste Instrument der Projektfinanzierung. Auf sie wird von fast jedem dritten Unternehmen zurückgegriffen.

Die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) sieht sich vor dem Hintergrund dieser Zahlen „auf dem richtigen Weg“, wie ihr Vorstand, Gabriela Pantring, sagte. Die ILB habe im vergangenen Jahr 167 Vorhaben begleitet, wodurch 750 Arbeitsplätze entstanden seien. Es sei geplant, neue Fonds mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro aufzulegen.

Stephan Hoffmann, bei der Investitionsbank Berlin (IBB) für Wirtschaftsförderung zuständig, verwies auf Finanzierungszusagen in Höhe von 154 Millionen Euro an Unternehmen der Medien-, Informations- und Kommunikationstechnikbranche. Das seien 40 Prozent der IBB-Zusagen im Jahr 2013 insgesamt gewesen. „Das zeigt die hohe Innovations- und Wachstumsdynamik in diesem für Berlin so wichtigen Wirtschaftsbereich“, sagte Hoffmann.

Crowdfunding oder Crowdinvesting gelten als interessant

Für die Zukunft setzen 68 Prozent der befragten Firmen auf Förderprogramme. Jedes dritte Unternehmen hält Crowdfunding oder Crowdinvesting für interessant (Schwarmfinanzierung aus dem Netz), 26 Prozent Wagniskapital.

Einen klaren Handlungsbedarf sieht das Medienboard bei der Förderung von Radio und Fernsehen. „Hier müssen wir mit den Produzenten reden und analysieren, wo Unterstützung konkret sinnvoll und notwendig ist“, sagte Geschäftsführer Elmar Giglinger. Nur 36 Prozent der TV-Unternehmen waren mit ihrem Geschäftsverlauf zufrieden bis sehr zufrieden – deutlich weniger als im Vorjahr (54 Prozent).

Für das Medienbarometer wurden mehr als 400 Interviews mit Unternehmen ausgewertet – 87 Prozent kamen dabei aus Berlin, 13 Prozent aus Brandenburg. Sechs von zehn Unternehmen existieren seit mehr als fünf Jahren, vier sind jünger. In etwas mehr als der Hälfte der Firmen sind bis zu fünf Beschäftigte tätig.