Internetfähige Fernseher setzen sich in Deutschland langsam durch. Aber auch andere Geräte im Haushalt verbinden sich mit dem Netz. Das zeigt die Vorab-Präsentation der Neuheiten, die auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) in zwei Monaten in Berlin zu sehen sind. Die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) erwartet ein Wachstum der Märkte für Unterhaltungselektronik in Deutschland um ein Prozent in diesem und fünf Prozent im nächsten Jahr. Sie ist Veranstalter der Ifa in Berlin, die in diesem Jahr vom 5. bis 10. September stattfindet. Und das sind die Trends der nächsten Ifa:

Der gebogene Bildschirm

Verbraucher fragen nach größeren Bildschirmen. Diesem Wunsch kommt Samsung nach. 105 Zoll, das sind diagonal gemessen etwa 2,65 Meter, misst das Flagschiff seiner Produktserie für die Ifa. Der gebogene LCD-Bildschirm mit vierfacher HD-Qualität kostet 120.000 Euro, und das ist kein Druckfehler. 55-Zöller, die im vergangenen Jahr noch um die 8000 Euro kosteten, sind inzwischen für 3500 zu haben – allerdings mit LCD- und nicht mit Oled-Technologie, bei der die Farben von organischen Lichtdioden erzeugt werden. Ähnliche Preise nennt auch Sony. Der 65-Zöller mit eingebauter Soundanlage und vierfachem HD kostet 4200 Euro.

Immer mehr Fernseher zeigen Bilder in vierfacher HD-Qualität. UHD heißt das bei Samsung, 4K bei Sony, Panasonic und anderen Herstellern. Da Fernsehprogramme diesen Standard noch nicht unterstützen, ist anderer Content erforderlich. Sony bietet speziell aufgenommene Blu-Ray-CDs an. Bei einem guten Signal sehen auf einem 4K-Fernseher aber auch normale HD-Bilder besser aus, wie Gerrit Gericke von Sony erklärt.

Gesundheit in der Wolke

Fitnessarmbänder waren gestern. Sensoren zählen künftig nicht nur die Schritte und den Puls. Sie erfassen das Gewicht, den Blutdruck und Blutzuckerspiegel. Beurer bietet ein neues Messgerät für die Blutzuckermessung an. Ein Klick genügt, um den Messwert zu speichern, der aus einem Tropfen Blut und einem Teststreifen gewonnen wird, wie die Marketing-Chefin Kerstin Glanzer sagt.

Sensoren senden ihre Messwerte per Bluetooth oder USB an Apps. Beurer stellt dazu seinen Health-Manager vor, Medisana das Vita Dock. Die Gesundheitsdaten werden in der Internetwolke gespeichert und können an den Arzt gemailt werden. „Wenn Apple im nächsten Betriebssystem fürs iPhone die Gesundheitsapp Healthbook anbietet, werden Millionen Menschen auf dieses Thema aufmerksam werden und Geräte suchen, mit denen sie ihre Gesundheit messen können“, sagt Medisana-Produktmanager Christian Funk.

Schnelles Netz für zu Hause

Das Berliner Unternehmen AVM, bekannt als Hersteller der Fritzbox-Internetrouter, zeigt das Heimnetzwerk der Zukunft mit Übertragungsbandbreiten von 1,3 Gigabit/Sekunde. Die neue Fritzbox 3490 soll diese Performance ins Heimnetz bringen. Sie unterstützt die VDSL-Vectoring genannte Technologie, die aus dem Kupferkabel des Internetanschlusses bis zu 100 MBit im Download und bis zu 40 MBit im Upstream herausholt (demnächst auch als Update für vorhandene Geräte verfügbar). Per Powerline-Adapter kann eine Stromleitung im Heimnetz künftig bis zu 1 Gigabit/Sekunde übertragen – und das 1000 Meter weit. Ferner kündigt AVM ein neues Programm an, das Sicherheitslücken im Heimnetz zeigt.

App für die Waschmaschine

Für das vernetzte Haus steuert bei Philips eine App die Helligkeit und Farbe der Beleuchtung. Samsung bietet die Wlan-Waschmaschine Crystal Blue an. Mit der App Smart Home lassen sich am Smartphone oder Tablet alle Programme der Maschine einstellen und aus der Ferne steuern. In den USA gibt es von dem Hersteller auch den Wlan-Kühlschrank, in Korea die internetgesteuerte Klimaanlage. Der deutsche Markt sei dafür noch nicht bereit, heißt es bei Samsung. Dafür gibt es demnächst einen neuen Staubsaugroboter, der zur Ifa auf den Markt kommt.

Bei den Hausgeräten zählt Energieeffizienz zu den Hauptgründen beim Kauf. Das liegt vor allem am Alter der vorhandenen Geräte: 21 Prozent der Kühlschränke sind in Deutschland älter als zehn Jahre, bei Wäschetrocknern und Geschirrspülern sind es rund 16 Prozent und bei Waschmaschinen 15 Prozent. 22 Prozent geben Energieeffizienz als wichtigstes Kriterium beim Neukauf an – gefolgt vom Preis (18 Prozent) und Zuverlässigkeit (15 Prozent).

Design trifft Technologie

Der angeschlagene TV-Hersteller Loewe ist wieder da. Alleinstellungsmerkmal der Marke war und ist das minimalistische Edel-Design. Als Flaggschiff will Loewe auf der Ifa einen Fernseher mit gebogenem Bildschirm mit einer Diagonale von 65 Zoll ins Rampenlicht rücken. „Wir sind mitten im Neustart“, sagte Mark Hüsges, einer der beiden neuen Investoren.

Tablet steuert Kaffeeautomaten

Kaffee kochen können sie alle, aber auf dem iPad zwischen 16 Kaffee-Zubereitungen auszuwählen, ist schon etwas besonderes. Saeco aus dem Hause Philips hat dafür den Automaten Gran Baristo entwickelt. 1500 Euro wird die appgesteuerte High-End-Maschine kosten, wie Sprecherin Jeannine Kritsch sagt. Nur die Tasse muss man noch von Hand drunter stellen, sonst wird’s nichts mit dem Kaffee.