Das Berliner Technologie-Unternehmen Younicos hat den insolventen US-Konkurrenten Xtreme Power übernommen. Damit ist Younicos mit einem Schlag zum Weltmarktführer für Energiespeicherlösungen im Megawatt-Maßstab aufgestiegen. „Dies ist ein historisch und strategisch bedeutender Augenblick für Younicos“, sagte Unternehmenschef James P. McDougall am Dienstag.
Younicos erhält mit der Übernahme Zugang zum lukrativen US-Markt. Zugleich sichert sich das Unternehmen die Erfahrung des Rivalen aus Texas in Entwicklung, Bau und Betrieb von über 78 Megawatt Energiespeicheranlagen.
Xtreme hatte das schnelle Wachstum nicht mehr finanzieren können. Nach einem Brand in einem Speicher und rückläufigen Umsätzen war den Texanern im Januar 2014 das Geld ausgegangen. Die Schulden beliefen sich auf zehn Millionen Dollar. Das Start-up beantragte im Januar ein so genanntes Gläubigerschutzverfahren und stellte sich mit Unterstützung seiner Banken selbst zum Verkauf. Younicos erwarb das Unternehmen bei einer Auktion. Die Berliner sollen einen niedrigen zweistelligen Millionen-Betrag bezahlt haben.
Monster-Batterie in Turnhallengröße
In Deutschland hat Younicos derzeit bei Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern den europaweit ersten alleinstehenden kommerziellen Batteriepark errichtet. Der Energieversorger Wemag AG bereitet sich darauf vor, den Speicher noch vor Ostern ans Stromnetz anzuschließen. Derzeit werden dafür 25.600 Lithium-Ionen-Akkus des Herstellers Samsung in einem turnhallengroßen Gebäude zur Monster-Batterie zusammengesteckt. Das gesamte Kraftpaket hat danach eine Leistung von fünf Megawatt. Theoretisch könnte eine große Offshore-Windkraftanlage die Stromproduktion einer Stunde in diesem Akku unterbringen.
Das 2006 gegründete Energie-Start-up beschäftigt derzeit etwa 80 Mitarbeiter, mit der Übernahme des US-Rivalen kommen mehr als 20 dazu. Angaben zu Umsatz und Ergebnis macht das Unternehmen bislang nicht.
gri





