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Investitionsbank Berlin investiert in Flirt-Plattform

Die Kennlern-App MBrace verkuppelt Freunde von Freunden miteinander. Nun steigen Investoren mit einem siebenstelligen Betrag in das Berliner Unternehmen ein.

Sie haben am Aufstieg des Berliner Spielevermarkters Hitfox von Seriengründer Jan Beckers mitgearbeitet, jetzt starten Ruben Haas, Lukas Krauter und Jan Tillmann mit ihrem eigenen Unternehmen durch: Die Macher der Kennlern-App mbrace (Nicht zu verwechseln mit Mercedes mbrace) haben von Investoren einen siebenstelligen Betrag für die Weiterentwicklung und die internationale Expansion ihres Produktes erhalten. Wie das Unternehmen mitteilte, gehören die Investitionsbank des Landes Berlin (IBB) und die Wagnisfinanzierer Paua und Astutia zu den Investoren.

Mbrace ist eine Plattform für mobiles Kennenlernen, die Haas, Krauter und Tillmann vor einem halben Jahr gegründet haben. Das mobile Anbandelungsgeschäft ist ein Wachstumsmarkt. Anbieter wie Lovoo aus Dresden oder das frühere Bang-with-Friends (Sex mit Freunden; heute: Down) zählen Millionen Mitglieder.

Bei Lovoo werden Nutzern über einen GPS-Radar andere Nutzer in der Umgebung als Flirtpartner vorgeschlagen. Über Down verabreden sich Facebook-Nutzer unverblümt zum One-Night-Stand. Auch bei mbrace melden sich Nutzer über ihren Facebook-Account an, müssen dann aber aus der Community bestätigt werden. Erst wenn mindestens fünf Nutzer dem Bewerber zustimmen, bekommt er Zugang. Mbrace will damit sicherstellen, dass es echte Nutzer sind und die App frei von Fake-Profilen bleibt.

Interesse an einem anderen Nutzer bekundet man dabei anonym mit einem „Like“. Treffen zwei „Likes“ aufeinander, gibt es einen sogenannten Match: mbrace stellt die Nutzer gegenseitig vor und sie können direkt in der App chatten – und sich verabreden. Nur bestätigte Nutzer haben dann die Möglichkeit, sich innerhalb der Community umzuschauen, weitere mbrace User und Freunde von Freunden zu entdecken oder sich anhand von Fotos und gemeinsamen Interessen zu entscheiden, wen sie näher kennenlernen wollen.

„Mbrace bietet ein innovatives Konzept für ein sehr spannendes Marktsegment, in welchem wir großes Potential sehen“, sagte Christian Buchenau, Geschäftsführer bei Paua Ventures. Der Berliner Wagnisfinanzierer hat sich zuletzt unter anderem am Lifestyle-Sexshop Amorelie beteiligt. Der Wagnisfinanzierer Astutia ist unter anderem an dem Rasierklingen-Versender Mornin’ Glory und dem Ökotextil-Versender Urbanara beteiligt.

Die IBB ist der größte Investor für so genannte Seed-Finanzierungen in Berlin. Die Bank verwaltet dazu zwei Fonds mit einem Gesamtvolumen von rund 82 Millionen Euro. Die IBB hat zuletzt in so unterschiedliche Unternehmen wie den Bastelboxen-Versender Wummelkiste investiert oder in Scopis, das ein Navigationsgerät für Chirurgen entwickelt.