Online-Handel

112 Millionen Dollar für Zalando-Kopien in Asien

Der Berliner Internet-Investor Rocket Internet treibt die Expansion seiner Zalando-Klone in Südostasien und Australien voran. Dabei hilft eine Kapitalspritze des US-Finanzierers Access Industries.

Foto: Jens Kalaene / picture alliance / dpa

Der Berliner Start-up-Investor Rocket Internet hat für seine Modeversender Zalora und The Iconic bei Investoren 112 Millionen Dollar für die weitere Expansion in Südostasien und im Südpazifik eingesammelt. Wie der US-Branchendienst Techcrunch berichtet, wird die Finanzierungsrunde vom US-Wagnisfinanzierer Access Industries angeführt

Es ist die zweite Kapitalspritze in dieser Höhe für Zalora innerhalb von sechs Monaten. Im Mai hatten Rockets Haus- und Hoffinanzier Kinnevik, der US-Wagnisfinanzierer Summit Partners und die deutsche Handelsgruppe Tengelmann Group mehr als 100 Millionen Dollar in das im vergangenen Jahr gegründete Unternehmen gepumpt.

Zalora bietet nach dem Vorbild des Berliner Modeversenders Zalando Kleidung, Schuhe und Accessoires der größten Marken und Design-Labels für Märkte in Malaysia, Singapore, Indonesia, Thailand, Philippines, Vietnam, Taiwan und Hong Kong.

Rockets Ziel ist ein Milliarden-Umsatz bis 2017

Mit dem Geld sollen Rockets ehrgeizige Expansionspläne in der Region vorangetrieben werden. Im Jahr 2017 soll Zalora einen Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro schreiben. Im ersten Jahr war es ein zweistelliger Millionenbetrag.

Zum Vergleich: Zalando hat fünf Jahre gebraucht, um den Umsatz auf über eine Milliarde Euro zu treiben. Allerdings fischt Zalora in einem Markt von mehr als 600 Millionen potentiellen Onlinekunden.

Attraktiver Markt in Australien und Neuseeland

The Iconic ist ebenfalls ein Zalando-Klon, der in Australien und Neuseeland aktiv ist. Trotz der nur rund 30 Millionen erreichbaren Kunden gelten beide Länder als attraktive Märkte. E-Commerce steckt noch in den Anfängen, zugleich haben Australier und Neuseeländer die wohl höchsten Pro-Kopf-Einkommen im pazifischen Raum.

Access Industries gehört wie Summit und Tengelmann zu den Serienfinanzierern von Rocket-Unternehmungen. Access hat zudem direkt 200 Millionen Dollar in den Inkubator investiert. Zuletzt pumpten der US-Wagnisfinanzierer zusammen mit Tengelmann und Summit 130 Millionen Dollar in Rockets russischen Modeversender Lamoda, einer Mischung aus Zalando und dem Online-Marktplatz Amazon. gri