Der seit 2001 vom Medienboard Berlin-Brandenburg zuletzt während der Internationalen Funkausstellung veranstaltete Internationale Medienkongress ist Geschichte. Im kommenden Mai wird dafür erstmals in Zusammenarbeit mit dem Internetkongress Re:publica die Media Convention Berlin stattfinden – „ein Treffpunkt für die international wichtigsten Akteure der analogen und digitalen Welt“, sagte Björn Böhning, Chef der Berliner Senatskanzlei und Aufsichtsratschef des Medienboards, bei der Vorstellung des Konzeptes am Donnerstag. Medienboard-Chef Elmar Giglinger erwartet mindestens 7000 Fachbesucher für Convention und Re:publica zusammen. Der Kongress wäre eines der größten Medientreffen in Europa.
Damit zieht Berlin zu einem die Konsequenz daraus, dass sich die Funkausstellung zunehmend zu einer reinen Verbrauchermesse wandelt. Zum anderen konzentriert die Stadt weiter ihre Medienveranstaltungen. Der Kongress soll innerhalb der Berlin Web Week und parallel zur Re:publica stattfinden. Zuvor waren unter Böhnings Verantwortung bereits Veranstaltungsreihen zur Musikindustrie innerhalb der Berlin Music Week zusammengefasst worden.
„Mit dem Fokus auf die digitale Wirtschaft – ob Medien-, Film- oder Technologie-Unternehmen – stärken wir den digitalen Standort Berlin“, sagte Böhning über das neue Konzept. „In Berlin trifft sich die digitale Welt, ob nun ökonomisch, kulturell oder gesellschaftlich“. Den internationalen Fokus nannte Böhning ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu den Medienkongressen in Köln und München.
Größter Film- und Medienstandort in Deutschland
Die Region Berlin-Brandenburg ist der größte deutsche Film-, Computerspiele- und Medienstandort. Alle drei Branchen befinden sich angesichts der digitalen Revolution in einem radikalen Wandel.
Zugleich hat sich Berlin, angetrieben von der digitalen Wirtschaft, von der insgesamt schwachen Wirtschaftsentwicklung Deutschlands abgekoppelt. Die Unternehmen hier wachsen deutlich schneller als im Rest des Landes, die Hauptstadt entwickelt sich zudem zu einem internationalen Gründerzentrum. Hunderte neuer Unternehmen und mehr als 200.000 neue sozialpflichtige Jobs sind in den vergangenen Jahren entstanden, bis 2020 sollen durch die Digitalwirtschaft initiierte weitere 100.000 Arbeitsplätze entstehen. Das alles zieht jedes Jahr zehntausende Menschen aus aller Welt nach Berlin. Tendenz: weiter steigend.
Re:publica und Media Convention in der „Station“
Parallel zu dieser Entwicklung hat sich auch die Re:publica entwickelt. Als reines Treffen von Internetbloggern 2007 gegründet, ist die Re:publica zu einem der wichtigsten Internetkongresse in Europa geworden. Bei der letzten im Mai wurden 5000 Fachbesucher gezählt. Re:publica-Geschäftsführer Andreas Gebhard erwartet von der Zusammenarbeit mit dem Medienboard dann auch „eine Ausweitung des Publikums entsprechend der Ausweitung der digitalen Gesellschaft.“
Media Convention und Re:publica werden gemeinsam in der „Station“ am Gleisdreieck veranstaltet. „Durch unsere Partnerschaft bündeln wir inhaltliches und organisatorisches Knom-How“, sagte Gebhard. „Wir werden die Plattform für die digitale Medienwelt“, sagte Medienboard-Chef Giglinger.
Förderung der Film-, Medien- und Gamesbranche
Im Medienboard bündeln die Länder Berlin und Brandenburg ihre Förder- und Marketingaktivitäten in der Film- und Medienbranche. Dazu gehört auch die Branche der Spieleentwickler. Im vergangenen Jahr hat das Medienboard 359 Film- und Standortprojekte mit 28,8 Millionen Euro unterstützt, die für 99 Millionen Euro Umsatz in der Region gesorgt haben. Jeder investierte Euro wurde damit fast vierfach in Berlin und Brandenburg ausgegeben.
Zusammen mit den Wirtschaftsförderern von Berlin Partner bewirbt das Medienboard die Berlin Web Week, die im vergangenen Mai mehr als 10.000 Fachbesucher zählte (2011 waren es noch 2000). Innerhalb der Veranstaltungswoche findet auch der Internet-Kongress Next statt. Die zweitätige Media Convention beginnt zusammen mit der Re:publica am 6. Mai. Die Re:publica wird bis zum 8. Mai andauern. Für beide Kongresse können seit Donnerstag Tickets bestellt werden.





