Tobias Rauscher und sein Team von Get2play wollen das Erlernen von Musikinstrumenten erleichtern. Get2play gehört zu den acht Start-ups, die jetzt in den Accelerator Axel Springer Plug&Play aufgenommen wurden. Das Programm umfasst eine Anschubfinanzierung, Mentoring, Workshops und den Zugang zum internationalen Netzwerk des Medienhauses und des Plug and Play Tech Centers im Silicon Valley.

Im Internet gibt es Tausende Musiklernvideos. Doch Get2play will mehr sein – eine interaktive E-Learning-Plattform für Musik Die Gründer planen Video-Kurse und Live-Unterricht per Videokonferenz. „Wir wollen dazu motivieren, ein Instrument zu erlernen. Der Spaß soll dabei im Vordergrund stehen“, sagt Rauscher, der das Gitarre spielen im Alter von 14 Jahren als Autodidakt erlernt und 2008 sein Musikstudium in Köln begonnen hat. Später arbeitete er mehrere Jahre als Musiklehrer und perfektionierte seine eigene Spieltechnik auf der akustischen Gitarre. Seine Vorbilder sind Maneli Jamal, Andy McKee and Jon Gomm.

Nutzer suchen sich auf der Seite einen passenden Lehrer aus. Zunächst gibt es Kurse für Gitarre, später auch für Klavier. Die Lehrer präsentieren sich in Videos, um den Schülern die Auswahl zu erleichtern.

Live-Unterricht per Video-Chat

Die Lernvideos werden im eigenen Studio mit drei unterschiedlichen Kameraperspektiven aufgenommen: der Lehrer in der Totalen, seine rechte und seine linke Hand in Nahaufnahme. Grafische Darstellungen der einzelnen Griffe und Noten können zusätzlich eingeblendet werden. Schüler haben die Gelegenheit, die Videos in Zeitlupe abzuspielen und sich die Handgriffe des Lehrers mit einer Lupenfunktion genau anzusehen.

Die Kurse sind in Lektionen gegliedert. Nach einigen Lektionen folgt ein Test, den der Schüler als Video aufzeichnet und auf der Internet-Plattform speichert. Der Lehrer und andere Schüler haben dann die Gelegenheit zum Feedback. Danach geht es mit neuen Lektionen weiter. Ein zweites Angebot ist der Live-Unterricht per Video-Chat, bei dem Lehrer und Schüler das Unterrichtstempo individuell gestalten können.

Ziel des Accelerators ist es, mediennahe Geschäftsideen zu fördern. Gerade wurde der erste Programmdurchlauf abgeschlossen. Mit Asuum, Papayer und Zenguard haben bereits drei Start-ups eine Anschlussfinanzierung durch externe Investoren erhalten. Weitere Finanzierungen werden in Kürze erwartet.

Videokünstlerin Armstrong im temporären Atelier

Neben den acht Start-ups arbeitet die US-amerikanische Videokünstlerin Katie Armstrong (Galerie Eigen + Art) in den Räumen des Accelerators an der Markgrafenstraße. Sie nutzt die Fläche als temporäres Atelier. Katie Armstrong erstellt handgezeichnete Animationsfilme, in denen sie Popkultur mit persönlichen Erfahrungen verbindet.

Neu an Bord ist auch Jörg Rheinboldt, der selbst mehrfach erfolgreich Unternehmen aufgebaut und zahlreiche Gründer als Business Angel gefördert hat und seit Mitte Oktober als weiterer Geschäftsführer neben Ulrich Schmitz und Saeed Amidi den Accelerator leitet.