Die Deutsche Telekom startet den zweiten Kursus ihres Accelerator-Programms „hub:raum“ für junge, innovative Internetunternehmen. Nur sieben Start-ups wurden ausgewählt – deutlich weniger als im ersten Programm. Auffällig ist der hohe Anteil von Projekten aus den Bereichen Medizin und Gesundheit.
Das Investorenprinzip „Spray and Pray“ – was so viel bedeutet wie „Geld ausgeben und beten, dass etwas daraus wird“ – ist nicht das Motiv von hub:raum. Der Accelerator richtet den Fokus stärker auf Synergieeffekte, also die Frage, welche neuen Ideen das Geschäftsfeld des Mutterkonzerns bereichern könnten und wo im Gegenzug Start-ups vom Know-how des Telekommunikationskonzerns profitieren könnten. Gesundheit ist eines von zehn Themen, die hier im Brennpunkt des Interesses liegen. „Wir haben die besten Start-ups ausgewählt, die zu unseren strategischen Aktivitäten passen. Dass die Wahl auf drei Medizin-Start-ups gefallen ist, ist ein schöner Zufall“, sagte hub:raum-Chef Peter Borchers.
Die Telekom könnte mit diesem schärferen Fokus auch auf den Boom der Frühphasen-Investoren in Berlin (Seed- und PreSeed-Phase) reagieren. Immer mehr Unternehmen bieten Accelerator-Programme, bei denen Start-ups zunächst einmal ein Büro auf Zeit, ein Mentoren- und Trainingsprogramm und den Zugang zu Unternehmensnetzwerken erhalten. Unter diesen Laborbedingungen sollen die Gründer Internet-Unternehmertum lernen und ihre Ideen schnell zu Marktreife entwickeln. Bei hub:raum dauert dieser Kursus acht Wochen.
Bis zu 300.000 Euro für die besten Gründer
Die besten Start-ups haben Chancen, in das anschließende Inkubator-Programm aufgenommen zu werden. Auch hier gibt es Arbeitsplätze in Gemeinschaftsbüros (Coworking Spaces), Beratung und Training – vor allem aber Startkapital. Im Fall des Telekom-Inkubators sind das 100.000 bis 300.000 Euro. Als Gegenleistung geben die Start-ups zehn bis 25 Prozent ihrer Unternehmensanteile an die Telekom ab.
Der Sprung vom Accelerator in den Inkubator ist nach dem ersten Kursus einem Start-up gelungen: Stylemarks. Dabei handelt es sich um einen Online-Shop für Mode- und Designartikel. Die anderen fünf Start-ups Inkubators wurden auf anderen Wegen entdeckt – zuletzt die Event-Plattfom Frestyle, die auf der aktuelle Konzerte, Shows und Partys präsentiert werden.
Schwerpunkt Medizin und Gesundheit
Drei der sieben neuen Accelerator-Start-ups planen medizinische Applikationen. Goderma ist ein medizinischer Online-Service zur Früherkennung und Einschätzung von Hautproblemen. Schon nach 24 Stunden können Patienten auffällige Hautpartien mit ihrem Smartphone fotografieren und von Hautärzten begutachten lassen. Die Plattform soll in einigen Wochen verfügbar sein.
Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das Start-up OPTretina, das nach Erfolgen in Spanien jetzt mit hub:raum-Hilfe auf den deutschen Markt strebt: Fachärzte analysieren hier Digitalfotografien der Netzhaut des menschlichen Auges. Damit lassen sich 80 Prozent aller Sehschwächen erkennen. Viele Optiker verfügen über die erforderliche Technik, um solche Aufnahmen zu machen. Diese reichen für Ferndiagnosen aus.
PocketAid soll eine Art Internet-Hotspot für das Wartezimmer des Arztes werden. Patienten machen Angaben zu ihrer Krankengeschichte, beantworten Fragen über ihren Gesundheitszustand, die von der App mit Hilfe künstlicher Intelligenz gestellt werden. Damit lasse sich die Behandlungszeit um 25 Prozent verkürzen.
Kollaborationsplattform für Studenten
Mit EasyID (noch kein Link vorhanden) können sich Nutzer auf unterschiedlichen Plattformen wie Bezahldienstleistern, Spieleplattformen oder Datingseiten einfach einloggen, indem sie ihre einmal auf EasyID einmal hinterlegte Identifikation immer wieder benutzen.
Mit Primal Shield können Nutzer an Werbung mitverdienen und ihre persönlichen Daten selbst vermarkten. Die geplante App für Android-Smartphones zeigt personalisierte Werbung an. Die Erlöse aus diesen Anzeigen teilen sich der Nutzer und Primal Shield.
StudyDrive will eine Plattform werden, auf der Studenten zusammenarbeiten. Dort können sie Arbeitsmaterialien speichern und untereinander teilen. Nach einer erfolgreichen Beta-Phase an der Universität Maastricht (Niederlande) wollen sie ihren Dienst nun auch an deutschen Hochschulen anbieten.
Lateral (noch kein Link vorhanden) will die Online-Suche durch modernste Techniken des maschinellen Lernens neu definieren. Dem Suchenden soll nicht nur eine Antwort gegeben werden, sondern Empfehlungen.





