IBB-Förderung

Land Berlin investiert in Portal für Messehostessen

Zwei Berliner Gründer wollen die Arbeit von Messehostessen und ihren Agenturen einfacher machen. Dazu haben sie ein Internetportal erfunden und Startkapital von der Investitionsbank Berlin erhalten.

Foto: Michael Probst) / AP

Auf ihren Messeeinsätzen lernten sie sich kennen, ärgerten sich über die umständliche Organisation und Abwicklung ihrer Messejobs mit den Event- und Promotionagenturen und beschlossen, etwas daran zu ändern: der Betriebswirt John Nitschke und der Bioinformatiker Jan-Martin Josten. Heute sind sie nicht nur Freunde, sondern auch erfolgreiche Gründer. Jetzt haben sie von der Investitionsbank Berlin (IBB) eine Startfinanzierung von 385.000 Euro erhalten.

„Wir waren beide ziemlich angestrengt davon, wie umständlich und zeitaufwändig wir unsere Messejobs mit den Agenturen organisieren mussten. Also haben wir überlegt, wie wir die gängigen Kommunikationsformen – Mail, Telefon, Post – kanalisieren und die Vorgänge schlanker und effizienter gestalten können“, wird Nitschke in einer Unternehmensmitteilung zitiert. Ziel der beiden war es, moderne Technologien auf bestehende Arbeitsprozesse anzuwenden.

Auf ihrer Website pijajo.com können sich Agenturen und Messe-Hostessen oder -Hosts registrieren. Agenturen bekommen automatisch Personal für Events vorgeschlagen, können es mit wenigen Klicks buchen und die Verträge digital schließen. Hostessen profitieren besonders von der Abrechnung: Mit nur einem Klick wird die oft benötigte Rechnung generiert, sofort an die Agentur übermittelt und kann dort direkt verarbeitet werden.

Pijajo automatisiert Gehaltsabrechnung

Das Start-up entwickelt gerade Systeme, um Schichtpläne zu digitalisieren und Gehaltsabrechungen zu automatisieren. Das Unternehmen beziffert die Zeit- und Kostenersparnis für Unternehmen mit 80 Prozent.

Neben der Exist-Förderung des Bundeswirtschaftsministeriums von 100.000 Euro haben die Grüner jetzt 385.000 Euro von der IBB erhalten. Aktuell gebe es Gespräche mit Investoren, die das Konzept mit weiteren 900.000 Euro unterstützen könnten.

Die Finanzierung im Rahmen des ProFit-Programms (Frühphasenfinanzierung) der IBB wird unter anderem dafür genutzt, die ersten eigenen Büroräume zu beziehen und ein Team aus Entwicklern, Lohnsteuerexperten, Marketing- und Vertriebsspezialisten aufzubauen. Das Unternehmen wurde im Februar 2013 gegründet.

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