Filme regen die Phantasie an und entführen ihre Betrachter in illusionäre Welten. Die Gründerinnen Anna Voth und Sharona Legner-Zuriel wollen das Filmpublikum mit ihrer neuen Internet-Plattform cEntertain.me zusätzlich inspirieren: zum Betrachten weiterer Filme und zum Kauf von Produkten, die etwas mit den Filmen zu tun haben.
Besucher der Plattform sehen die aktuellen Trailer der neuesten Streifen und erhalten ergänzend Informationen zur Handlung, den Akteuren, der Ausstattung und den Drehorten. Der Film und der Soundtrack lassen sich mit einem Klick bei iTunes oder einer anderen Online-Videothek herunterladen. Wer lieber ins Kino geht, kann auf der Seite eine Karte kaufen.
Und wer sich nicht nur den Actionfilm „2 Guns“ ansehen will, sondern auch die Sonnenbrille des Hauptdarstellers Denzel Washington, seine beige Pierre-Cardin-Baumwollhose, seinen Tabac-farbenen Mühbauer-Hut oder seine braunen Schnürlederstiefel von Lloyd kaufen will, findet auch dazu Links zu entsprechenden Online-Shops. Es gibt einen Verweis zu einem gleichnamigen Comic, das als Drehbuch-Vorlage diente und bei Amazon erhältlich ist, Links zu den Autos des Films und bei manchen Streifen auch zu Büchern oder Ferienangeboten an den Drehorten.
Vermittlungsprovisionen sind Geschäftsmodell
Die Gründerinnen spielen gekonnt auf der Klaviatur des Affiliate-Marketing. Ihr Geschäftsmodell sind Vermittlungsprovisionen, die Onlineshops für Kunden zahlen, die von fremden Webseiten auf ihre Plattformen geleitet werden. Alle Preisvergleichsplattformen funktionieren nach diesem Modell. Die Produktlinks werden nicht einfach im Stil der Fotoplattform Pinterest nebeneinander platziert, sondern mit redaktionellen Texten eingeführt. Das macht die Seite informativ und unterhaltsam.
Wer die Seite besucht und einen Film ausgewählt hat, erhält bis zu 40 Vorschläge zu ähnlichen Filmen. Diese werden von einer Software ausgewählt, die am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) entwickelt wurde. „Anders als bei bekannten Empfehlungssystemen werden die Vorschläge nicht aus der Benutzerhistorie ermittelt, sondern intelligent durch inhaltliche Zusammenhänge“, erklärt HPI-Forscher Harald Sack die semantische Suchtechnologie. Die Software stelle inhaltliche und Kontext-Bezüge zwischen den vorhandenen Medien her.
Software macht intelligente Filmvorschläge
Später solle jedem Benutzer ein individuelles und entdeckendes Durchstöbern großer Videodatenbestände anhand intelligenter Vorschläge ermöglicht werden. Dabei gehe es auch darum, dem Nutzer Überraschungsmomente zu vermitteln, sagte Sack.
„Wir wollen die Lücke zwischen Sofa und Kinosessel schließen“, sagte Anna Voth. Sie kündigte mobile Versionen der Plattform für Tablets und Smartphones an. Dann könnte cEntertain.me zum zweiten Bildschirm werden, auf dem der Nutzer sich inspirieren lässt und einkaufen geht, während er auf dem großen Fernseher einen Film ansieht.





