Die Handelsplattform eBay kündigt eine überarbeitete Internetplattform, ein Garantie-Logo, ein neues Partnerprogramm für Marken und eine Markenkampagne vor. Das Portal will seine Vergangenheit als Internetauktionshaus ablegen. „70 Prozent unserer Waren werden zu Festpreisen verkauft“, sagte Manager Devin Wenig. Er sieht den Einzelhandel vor einem großen Wandel. „Die Grenzen zwischen Online- und Offlinehandel lösen sich auf“, sagte Wenig.
Global, mobil und personalisiert – Mit diesen Eigenschaften beschreibt Wenig die neue Plattform. Ihr Kernstück ist der eBay-Feed, die neue Startseite des Onlineportals. Kunden sehen dort großflächige Bilder der Produkte, sie sie interessieren. Nutzer gestalten diese Ansicht selbst, indem sie bei der Anmeldung ihre Interessen nennen. Ferner fließen die Suchhistorie und Einkäufe in diese Präsentation ein. Diese personalisierte Ansicht ist dem Stil der Fotoplattform Pinterest nachempfunden. Neue Artikel werden auf der Seite oben angezeigt.
Ferner führt eBay ein neues Garantie-Logo für den deutschen Markt ein. Für Angebote, die dieses Logo tragen, gelten ein einmonatiges Rückgaberecht, kostenfreier Versand, eine Geld-zurück-Garantie, falls der bestellte Artikel von der Beschreibung abweicht oder nicht angekommen ist, sowie ein Verkäufer-Zertifikat. Dieses Gütesiegel können Anbieter erhalten, die eine schnelle Bearbeitungszeit und schnellen Versand zusichern.
Marken erhalten eBay-Showrooms
Mit einem Partnerprogramm für Marken reagiert eBay auf die Kundennachfrage nach Markenware. Derzeit 18 Marken (zum Beispiel Nokia, Bauknecht, Medion) erhalten spezielle Seiten, auf denen sie ihre Produkte bewerben können, auch wenn sie nicht selbst Verkäufer sind. Im Rahmen des Programms erhalten Marken wahlweise Internet-Showrooms, in denen sie auf autorisierte Händler verweisen. Alternativ können sie eigene Markenwelten gestalten, in denen zum Beispiel besondere Verkaufsaktionen stattfinden. Dabei verfolgt eBay ein „Shop-in-Shop“-Konzept, wie man es aus Warenhäusern lennt.
In diesem Herbst wird eBay ferner eine neue Markenkampagne unter dem Motto „Was immer dich inspiriert“ starten. Teil dieser Kampagne ist die Zusammenarbeit mit dem Modedesigner Guido Maria Kretschmer sowie dem Model Franziska Knuppe als neue Markenbotschafterin.
Zukunft des Handels ist mobil und international
2012 wurden über den weltweiten Online-Marktplatz eBay Waren im Wert von 13 Milliarden US-Dollar über mobile Endgeräte verkauft. Für 2013 rechnet das Unternehmen mit einem mobilen Handelsvolumen von 20 Milliarden US-Dollar. eBay kündigte eine App für die kürzlich präsentierte Internet-Armbanduhr „Galaxy Gear“ an. Mit dieser Smartwatch können dann Käufe getätigt werden. Jeder fünfte eBay-Kunde nutzt unterschiedliche Geräte – Smartphones, Tablets und PC. Diese Kundengruppe erzeugt 44 Prozent des Handelsvolumens.
Ebenso ermöglicht eBay den einfachen grenzüberschreitenden Handel. 20 Prozent des Handelsvolumens im Jahr 2012 wurde durch grenzüberschreitende Transaktionen erzielt. Diesen Anteil will das Unternehmen weiter ausbauen.
In Deutschland 17 Millionen aktive Nutzer
Deutschland ist der zweitgrößte Markt für eBay: Die Online-Plattform hat hier 17 Millionen Nutzer, 175.000 gewerbliche Verkäufer, bietet 70 Millionen Artikel in mehr als 50.000 Kategorien an und verzeichnete 5,4 Millionen private Verkäufer. Das globale Handelsvolumen belief sich 2012 bei 120 Millionen aktiven Nutzern auf 67,8 Milliarden Dollar – zwölf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Damit machte eBay einen Umsatz von 7,4 Milliarden Dollar – elf Prozent mehr als 2011.
„Die Zukunft des Handels ist global. Für Verbraucher spielt es immer weniger eine Rolle, ob das Produkt, das sie haben möchten, in einem Laden in der Nachbarschaft oder bei einem Händler in einem weit entfernten Land erhältlich ist“, sagte Devin Wenig. „Die Zukunft des Handels ist ebenso mobil. Verbraucher nutzen eine immer größere Vielzahl von Geräten und Kanälen zum Einkaufen und sie möchten sich einfach und nahtlos zwischen diesen bewegen können.“ Die Zukunft des Handels sei aber auch personalisiert. „Verbraucher möchten eine personalisierte, auf sie zugeschnittene und damit für sie relevante Produktauswahl, die sie selbst beeinflussen können“, so Devin Wenig.





