Onlinehandel

Kirondo schafft Platz im Kleiderschrank von Kindern

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Jürgen Stüber

Foto: Kirondo

Das Berliner Start-up Kirondo hat einen Onlinehandel für gebrauchte Kinderkleidung eröffnet. Eltern können Kleidungsstücke einsenden, die auf dem Internetmarktplatz verkauft werden.

Die beiden Gründer Sarah Seeliger und Julius Bertram hatten ein Problem: Eltern, Verwandte und Freunde überhäuften sie mit Kleidchen, Hemdchen und Jäckchen für die beiden Kinder. „Nicht alles hat uns wirklich gefallen, manches ging gar nicht und aus manchen Sachen sind die Kinder nach zweimal tragen herausgewachsen“, sagt Sarah Seeliger.

Auf kirondo.de können Eltern kostenfrei eine Versandtüte bestellen, diese zu Hause mit Kleidung füllen und an das Berliner Start-up schicken. „Eltern bekommen ihr Geld unabhängig davon, wann oder ob ein Kleidungsstück verkauft wird“, wird die Gründerin in einer Mitteilung zitiert. „kirondo“ übernimmt die Arbeit der Eltern: Das Team des Start-ups prüft, fotografiert und stellt die Waren in den Onlineshop. „Alles was Eltern machen müssen ist, die Tüte füllen und zukleben“, sagt die Gründerin.

Der Launch des Start-ups wurde in zwei Phasen geteilt: Bereits jetzt können Eltern eine „kirondo“-Tüte online bestellen und Kinderkleidung an das Start-up schicken. Im Juli 2013 soll der Verkauf beginnen. „Sobald der Shop qualitativ und quantitativ aufgefüllt ist, wird der Verkauf starten“, heißt es in einer Mitteilung der Gründer.

„Team Europe“ investiert

Das Gründerteam wird von „Team Europe“ und zahlreichen Business Angels unterstützt. Details zu dem Investment wurden nicht genannt. „Team Europe“ gründet Internet-Unternehmen. Seine Partner haben zahlreiche Internet-Start-ups aufgebaut – unter anderem Portale wie „Spreadshirt“, „brands4friends“, „Misterspex“ und „Madvertise“.

Der Handel mit gebrauchten Waren ist ein florierendes Geschäft. E-Commerce-Pionier „eBay“ ist damit seit 1995 in den USA und seit 1999 auch in Deutschland erfolgreich. Weltweit nutzen mehr als 116 Kunden den Online-Marktplatz und handeln dabei jährlich Waren und Dienstleistungen im Wert von mehr als 75 Milliarden US-Dollar (58 Milliarden Euro). In Deutschland zählt eBay 18 Millionen Nutzer.

9100 Euro für Kinderkleidung

In letzter Zeit rückte eine neue Generation von Handelsplattformen für elektronische Geräte wie „Wirkaufens“ oder „reBuy“ ins Blickfeld. Das im Jahr 2004 gestartete Unternehmen „reBuy“ konnte seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 70 Prozent auf 40 Millionen Euro steigern, wuchs allerdings weniger schnell als erwartet.

Auch die „Kirondo“-Gründer rechnen sich gute Chancen aus. Einem Bericht zufolge geben Eltern pro Kind im Durchschnitt 9100 Euro für Kleidung aus. Viele dieser Stücke werden nur selten getragen und lassen Schränke überquellen. Sie sind zu wertvoll für die Altkleidertonne. Und Eltern haben oft keine Zeit, sie auf dem Flohmarkt zu verkaufen. Hier helfen Plattformen wie „kirondo“. Sie sind übrigens nicht die einzigen in diesem Marktsegment: „kinderado“ und „vintage-kids“ haben ähnliche Geschäftsmodelle.