Für den Berliner Online-Brillen-Händler Mister Spex hat sich die wachsende Kooperation mit Optikern ausgezahlt. Das Unternehmen aus Prenzlauer Berg konnte seinen Umsatz im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben um mehr als die Hälfte auf 26 Millionen Euro steigern. Im Vorjahr hatte Mister Spex rund 17 Millionen Euro erlöst. Die Zahl der Kunden wuchs von 300.000 auf 500.000.

Mister Spex verbindet den Internetverkauf mit einem Sehtest sowie späterer Brillenanpassung im klassischen Optikerladen – und damit den Internetshop mit dem Handwerksgeschäft um die Ecke. Kunden erhalten beim Kauf einer Brille einen Gutschein, den sie bei den Optikern einlösen können. Binnen Jahresfrist habe sich die Zahl der Kooperationspartner fast verzehnfacht, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. 300 sind es mittlerweile. „Wir möchten das Netzwerk der Partneroptiker bis Jahresende flächendeckend auf 400 in Deutschland erhöhen“, sagte Mister-Spex-Chef Dirk Graber.

Brillen boomen in Deutschland

Brillenverkauf in Deutschland ist ein Riesengeschäft: Mehr als fünf Milliarden Euro gaben Fehlsichtige im Jahr für Brillen aus, Sonnenbrillen eingeschlossen. Wichtig dabei: Der Optiker ist der Apotheker unter den Handwerksberufen. Die Gewinnmargen liegen bei bis zu 100 Prozent bei Brillengläsern, auch bei Gestellen ist der Aufschlag hoch. Online-Anbieter wie Mister Spex, die keine Filialen betreiben, bieten die Brillen deswegen durchweg günstiger an. Kein Wunder also, dass Mister Spex oder Brille24 aus Oldenburg die preissensible junge Kundschaft anziehen und kräftig wachsen.

Mister Spex rechnet mit kräftigem Wachstum in den nächsten drei Jahren, die Zahl der Mitarbeiter in Logistik, Service und Optikerwerkstatt soll verdoppelt werden, um die steigende Zahl der Bestellungen bearbeiten zu können. Der Fokus liegt auf dem deutschen Markt, aktiv ist Mister Spex aber auch auch in Frankreich, Spanien und Schweden. Derzeit beschäftigen die Berliner 150 Mitarbeiter.

gri