Nervöse Bodyguards, aggressive Hunde, Hunderte Polizisten. Vor dem Hotel „Ritz Carlton“ am Potsdamer Platz laufen am Dienstagvormittag die Vorbereitungen für den Besuch von US-Präsident Barack Obama in Berlin auf Hochtouren. Am Hoteleingang stehen rund 30 Mitarbeiter mit Walkie-Talkies.

Bei all dem Trubel scheint jedoch niemand darauf zu achten, wer hier eigentlich ein und ausgeht. Ohne Probleme spazieren wir durch den Eingang. Lediglich ein paar kritische Blicke, dann sind wir drin.

In der Lobby sind die Servicekräfte schon ganz auf Obama eingestellt. „Would you like something to drink“, fragt uns die Bedienung in akzentfreiem Englisch, obwohl wir mit Flipflops und T-Shirt mehr wie die typisch deutschen Mallorca-Touristen aussehen.

Zwölf Euro zahlen wir für zwei Kaffee. Dann geht’s ohne Sicherheitscheck in die schicke Zigarren-Lounge. 51 Euro kostet hier das teuerste Exemplar. Diesmal verzichten wir auf eine Bestellung. Der US-Präsident dürfte da weniger geizig sein.

Am Fahrstuhleingang stehen zwei gut gebaute Security-Männer. Auch hier haben wir keine Mühe zu passieren. Der Zugang in den Ballroom ist zwar gesperrt, dafür fahren wir ganz entspannt in die elfte Etage. Hier wird Barack Obama heute nächtigen.

„Sorry, would you leave please“

In einem kleinen Raum schieben ein paar Amerikaner Tische zusammen. „Can we take a picture“, fragen wir. „Who are you?“. Die erste strenge Frage an diesem Vormittag. „Just two visitors“. Die barsche Antwort „Sorry, would you leave please“.

Zurück im Aufzug geht es in das erste Untergeschoss. Der Wellness-Bereich. Ein kleiner Fitnessraum, ein prunkvolles Schwimmbecken. Niemand ist hier. Noch. Wird hier Obama heute Abend noch ein wenig entspannen oder gar noch trainieren? Denn der Präsident ist bekanntermaßen ein Freund des Krafttrainings. Wir sind kurzzeitig versucht, eine Runde im Schwimmbecken zu drehen, doch das hätte wohl unseren Rauswurf bedeutet.

Stattdessen suchen wir den Weg zurück in die Lobby. Normale Hotelbesucher treffen wir kaum. Dafür kommen uns gleich vier Spürhunde entgegen. Keine Regung. Aufatmen. Wir bleiben sitzen. Und warten auf den Präsidenten.