US-Präsident Barack Obama hat am späten Freitagabend (MESZ) John Emerson als neuen Botschafter in Berlin nominiert. Er soll Nachfolger von Philip D. Murphy werden.

Emerson, der seine Karriere 1978 in einer Anwaltskanzlei in Los Angeles begann, ist seit 2010 Mitglied des Beraterausschusses für Handelspolitik.

Dem Weißen Haus zufolge ist Emerson ein studierter Jurist und derzeit Präsident der Capital Group Private Client Services, die auf das Management der Vermögen von wohlhabenden Einzelpersonen oder auch Stiftungen spezialisiert ist. In der Clinton-Regierung bekleidete er verschiedene Assistenzposten.

Emerson galt in Botschaftskreisen bereits seit längerem als heißer Kandidat auf die Murphy-Nachfolge. Der Vermögensverwalter soll im vergangenen Präsidentschaftswahlkampf fast drei Millionen Dollar für Obama eingesammelt haben.

Philip D. Murphy verlässt Anfang Juli nach knapp vier Jahren Deutschland. Die Familie kehrt in ihr Zuhause nach New Jersey zurück. Der Multitmillionär Murphy hatte Obamas ersten Präsidentschaftswahlkampf mit mehr als 600.000 Dollar aus seinem Privatvermögen unterstützt. In den USA ist es gängige Praxis, Großspender mit Botschafterposten zu belohnen.

Murphy war 2010 im Zuge der Veröffentlichung von Depeschen auch aus der Berliner US-Botschaft durch Wikileaks in die Schlagzeilen gekommen, als seine wenig schmeichelhaften internen Kommentare über Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Guido Westerwelle (FDP) an die Öffentlichkeit gerieten.

dpa/sei