Auf den ersten Blick könnte man die lichtdurchfluteten Räume des Matratzen-Fachgeschäfts „Ruhepol“ am Olivaer Platz für ein Einrichtungshaus halten. Genau das haben Thomas und Simone Drüen mehr als ein Jahrzehnt an der Kurfürstenstraße betrieben, bevor sie sich auf exklusive Schlafsysteme spezialisierten. „Wir haben ganz einfach selbst festgestellt, wie wichtig es ist, auf der richtigen Matratze zu schlafen“, sagt der 44-jährige Thomas Drüen. „Denn wenn die Matratze aus welchem Grund auch immer nicht gut für mich ist, dann ist der Schlaf keine Regenerierung, keine Entlastung für den Körper, sondern das Gegenteil. Dann fühlt man sich am Morgen zerschlagen.“ Viele ihrer Kunden kommen aus genau diesen Gründen zu „Ruhepol“.
Spezialisiert hat sich das Ehepaar auf Kunden mit Schulter- und Lendenwirbelsäulenproblemen. Also genau die Zonen, die den größten Anteil bei Rückenbeschwerden ausmachen. Matratzenkauf sei für viele Menschen noch immer eine eher unangenehme Sache, die oftmals so schnell wie möglich erledigt werde. „Da muss man sich vor wildfremden Verkäufern hinlegen, sich hin- und herdrehen. Das ist vielen unangenehm“, weiß Simone Drüen.
Seit einem halben Jahr berät an zwei Tagen die Woche zusätzlich die Physiotherapeutin Julia Milke die Kunden. Neben den Standardfragen nach Größe und Gewicht befragt sie die Kunden bei einer Tasse Kaffee oder Tee zuerst einmal ausgiebig über ihre Schlafgewohnheiten. Und zwar bevor sie sich in die Horizontale begeben. Sind sie „Schutzsuchende“, die sich am Kopfende in die Kissen bohren, oder „Flüchtende“, die morgens oft aufwachen, weil die Füße aus dem Bett hängen und ausgekühlt sind? Während die Kunden auf der Seite, dem Rücken oder dem Bauch probeliegen, untersucht sie die Stellung der Wirbelsäule.
Das Zusammenspiel von Matratze und Lattenrost ist wichtig
„Die Wirbelsäule sollte beim Schlafen immer eine gerade Linie bilden. Oftmals tut sie das nicht, besonders wenn die Matratzen zu hart sind.“ Woher der neue Trend harter Matratzen kommt, weiß sie auch nicht. „Aber jedes Mal, wenn die Wirbelsäule nicht gerade liegt, drehen wir uns im Schlaf um.“ Das seien keine Voraussetzungen für erholsame Nächte. Für die optimale Flexibilität sorgen bei qualitativ hochwerten Matratzen sieben unterschiedlich feste Zonen für Kopf, Schulter, Taille, Hüfte, Oberschenkel, Knie und Füße.
Deshalb schwört Thomas Drüen auf „den richtigen Mix zwischen Punktelastizität und Flächenspannung“. Das bedeutet, dass die Matratze an hervorstehenden Stellen wie Schultern und Hüfte stärker nachgibt, während die Fläche den Rest des Körpers gerade hält. „Idealerweise liegt der Körper dann in jeder Lage gerade. Auf der Seite sollte man sich nicht schräg legen müssen, um Schulter und Hüfte zu entlasten“, so der Fachverkäufer. Weiter sei auch ein guter Lattenrost wichtig, der garantiere im Zusammenspiel mit der Flexibilität der Matratze die besten Ergebnisse für ein ergonomisch einwandfreies Liegen.
Zur Auswahl stehen in den rund 200 Quadratmeter großen Verkaufsräumen nur hochwertige Matratzen und Lattenroste. „Die sind in der Regel handgefertigt“, sagt Thomas Drüen. Außerdem gibt es Tempur-Matratzen, sogenannte thermoelastische Schlafunterlagen. Matratzen werden heute überwiegend aus verschiedenen Kaltschäumen angeboten. Aber auch „der gute alte Federkern kommt zum Einsatz, teilweise in Kombination mit Schaumstoff“, ergänzt er
Preislich geht es in der Regel bei rund 1000 Euro für eine Standard-Matratze mit den Maßen 80 mal 200 Zentimetern los. „Viele schlucken da erst einmal. Aber wenn sie dann auf einer Matratze gelegen sind, bei der Hüfte, Wirbelsäule und Schulter korrekt entlastet werden, dann sind die Kunden schnell überzeugt“, so Simone Drüen. Wie behält man bei rund 1000 verschiedenen Matratzenmodellen den Überblick? „Zum einen informieren wir uns via Internet. Jedes Jahr im Januar findet in Köln die große Einrichtungs-Fachmesse IMM Cologne statt. Dort lernen wir vor Ort neue Entwicklungen kennen. Zum Beispiel die Clima Balance Matratzen, für Kunden, die mehr als normal Schwitzen.“ Hier werden statt Federkern sogenannte Luft-Tubes im Inneren eingesetzt. Die Tubes sorgen neben einer optimale Federung für einen perfekten Luftaustausch.
Auf jeden einzelnen Kundenabgestimmte Unikate
Neuester Kundenservice von „Ruhepol“ ist die Medi-Scan-Maus. Dabei wird der Rücken erst im stehen und dann beim Probeliegen mit einer speziellen Computer-Maus zweimal abgefahren. Auf dem Computer sieht man, wie gerade die Wirbelsäule in unterschiedlichen Schlafpositionen ist und wo eventuell nachjustiert werden muss. Dies geht bei „Ruhepol“ seit kurzem mit der Manufaktur-Matratze „Träumchen“. Im Inneren sorgen sieben flexible Elemente in unterschiedlichen Breiten und unterschiedlichen Härtegraden für die punktgenau auf den Körper abgestimmte Matratze. „Jede der sieben Zonen ist in Festigkeit und Größe bei dieser Matratzen ein auf jeden einzelnen Kunden abgestimmtes Unikat“, versichert Thomas Drüen. So viel Komfort hat seinen Preis. Rund 1350 Euro kostet das Modell. Wenn man bedenkt, das man rund ein Drittel eines Tages auf der Matratze verbringt, relativiert sich die Summe. „Und“, sagt Simone Drüen, „erholsamer Schlaf ist eigentlich unbezahlbar.“
Ruhepol Olivaer Platz 7, Wilmersdorf,
Tel.50 59 77 00, Mo.-Fr. 10-18 Uhr, Sbd. 10-15 Uhr und nach Termin, www.ruhepol-schlafsysteme.de





