Am Donnerstag zwischen 10 und 12.30 Uhr sind in Mitte Proteste geplant – das wird wahrscheinlich den Verkehr behindern. Die Gewerkschaften haben zu einer Demonstration am Brandenburger Tor aufgerufen, um den Druck in der bundesweiten Tarifrunde im Öffentlichen Dienst der Bundesländer zu erhöhen.

Betroffen sind Pariser Platz, Unter den Linden, Glinkastraße, Französische Straße, Werderscher Markt, Schlossplatz, Breite Straße, Leipziger Straße / Mühlendamm, Molkenmarkt, Jüdenstraße, Parochialstraße, Klosterstraße.

„Dort kann es zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommen“, so warnen die Gewerkschafter in einer Pressemitteilung.

Was für Autofahrer oder Nutzer von Bussen schlecht klingt, ist für Falschparker in ganz Berlin eine gute Nachricht. Sie gehen wahrscheinlich sanktionsfrei aus. Denn angestellte Polizisten und Mitarbeiter der Ordnungsämter sind in Berlin an diesem Donnerstag mit der Demo auch zu einem Warnstreik aufgerufen. Initiator ist die Deutsche Polizeigewerkschaft im DBB Landesverband. Die Gewerkschaft selbst geht davon aus, dass Berliner Autofahrer wegen des Warnstreiks mit weniger Strafzetteln wegen Falschparkens rechnen müssen.

Kreuzung Friedrichstraße und Unter den Linden erst seit Mittwoch frei

Dabei hatten Autofahrer an der Kreuzung Friedrichstraße und Unter den Linden gerade erst wieder freie Fahrt. Die rund zwei Jahre lang zwischen Glinka- und Charlottenstraße gesperrte Südfahrbahn des Boulevards ist erst am Mittwochnachmittag für den Verkehr freigegeben worden, teilte die BVG-Projektgesellschaft für den U5-Weiterbau mit. Die Freigabe war ursprünglich bereits für Anfang Dezember vorgesehen. Sie wurde aber, wie berichtet, zum Ärger der vielen Geschäftsleute mehrfach verschoben.

Die BVG begründete die Verzögerung damit, dass der Straßenbelag an den jeweiligen Abnahmeterminen zu nass oder zu kalt gewesen sei. Die erforderlichen Fahrbahnmarkierungen konnten an diesen Tagen nicht haltbar aufgetragen werden, hieß es. Dies sei am Mittwoch aber nicht der Fall gewesen, sagte BVG-Sprecherin Heike Müller der Berliner Morgenpost. Die zunächst für 14 Uhr angekündigte Freigabe verzögerte sich dann allerdings noch einmal um rund drei Stunden. „Die Techniker waren noch mit der Programmierung der Verkehrsampeln beschäftigt“, sagte Müller.

Zwei Jahre lang erhebliche Verkehrseinschränkungen

Für die geplante U-Bahn durch Berlins historische Mitte entsteht unter der Kreuzung Unter den Linden und Friedrichstraße in Mitte auch eine neue Station. Dort sollen einmal die Fahrgäste zwischen den U-Bahn-Linien 5 und 6 umsteigen können. Weil für den Bahnhof zunächst Spundwände in bis zu 30 Meter Tiefe gerammt werden mussten, gab es rund zwei Jahre lang erhebliche Verkehrseinschränkungen für Autofahrer und Fußgänger. Auch die U-Bahn-Fahrgäste mussten zwischen den Stationen Friedrichstraße und Französische Straße mehrere Monate lang zu Fuß gehen. Der Autoverkehr wurde über die Nordfahrbahn des Linden-Boulevards umgeleitet, dort stand insgesamt nur drei Fahrspuren zur Verfügung. Inzwischen ist die Baugrube mit Platten abgedeckt, die Arbeiten gehen nun ohne Verkehrseinschränkungen weiter.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bauen seit 2012 im Auftrag des Senats an einer Verlängerung der U-Bahnlinie 5 durch Berlins historische Mitte. Mit der rund 2,2 Kilometer langen Strecke soll die Lücke zwischen dem Bahnhof Alexanderplatz und Brandenburger Tor, der Endstation der Stummellinie U55, geschlossen werden. Geplant sind dafür auch drei neue U-Bahnhöfe – „Berliner Rathaus“, „Museumsinsel“ und „Unter den Linden“. Die Stationen sollen 2017 im Rohbau fertig sein, anschließend erfolgt die technische Ausstattung. Der erste Zug auf der verlängerten U5 wird nach dem aktuellen Zeitplan erst Mitte 2020 fahren.

fü, tal