25 Jahre Mauerfall

Londoner Institut sieht Gefahr für Gorbatschow

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

Der sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow geht mit seiner Reformpolitik nach Ansicht des Londoner Internationalen Instituts für strategische Studien ein hohes Risiko ein. Das Institut sieht in seinem am 25. Mai 1989 veröffentlichten Bericht die nationalistischen Unruhen, die schlechte Versorgungslage und die Unsicherheit im kommunistischen Osteuropa als Hindernisse der Perestroika. „Er scheint zu glauben, dass er seinen Willen durchsetzen kann, wenn er genug Macht in seinen Händen konzentrieren kann“, so der Bericht.

Dabei laufe Gorbatschow Gefahr, sich schneller Feinde zu schaffen, als er die Unterstützung der Bevölkerung gewinnen könne. Widerstände seien in der staatlichen Bürokratie, bei orthodoxen Kommunisten und beim Militär wegen des Truppenabbaus zu überwinden. In der Bevölkerung werde er jedoch daran gemessen, ob die Regale der Läden gefüllt würden.