Berlin Summer Rave

Zwölf Stunden Durchtanzen in den Hangars von Tempelhof

Zum fünften Mal findet der Berlin Summer Rave statt. Zu Berlins größtem Tanzevent werden diesmal 15.000 Besucher erwartet. Erstmals gibt es Livekonzerte zum Warmwerden vor dem eigentlichen Großrave.

Foto: JOERG KRAUTHOEFER

134 Lautsprecherboxen, 13 Kilometer Kabel und 50 Tonnen Ton- und Lichttechnik – der A&P Berlin Summer Rave lockt nicht nur mit bekannten DJ-Namen, sondern auch mit großem Technikaufgebot Tausende Tänzer auf den Flughafen Tempelhof. Am 31. Mai findet das Festival der elektronischen Musik zum fünften Mal statt. 2010 bei der Premiere kamen mehr als 10.000 Besucher, 2014 rechnen die Veranstalter mit mehr als 15.000. Das größte Tanzevent der Stadt dauert zwölf Stunden und verteilt sich auf drei Hangars, das heißt zwei Megadancefloors und einen Clubfloor. Fans aus ganz Deutschland und Europa reisen an, um sich von der Stimmung und der Musik mitreißen zu lassen.

Neu in diesem Jahr: zwei Konzerte zum Warmwerden vor dem eigentlichen Großrave. Die Elektropopbands 2Raumwohnung und Northern Lite treten auf, bevor sich gegen 24 Uhr der zweite Hangar öffnet und die ersten DJs elektronische Klänge auflegen. „Wir haben diesmal das Programm neu konzipiert, um ein breiteres und auch jüngeres Publikum anzusprechen“, sagt Programmgestalter Boris Enenkel. „Vor allem sind einige aufstrebende Künstler dabei.“ Neben bekannten Namen wie dem Berliner und Radio Fritz-Moderator Oliver Koletzki oder dem österreichischen Duo Klangkarussell finden sich auch Newcomer wie Simina Grigoriu, Ehefrau von Erfolgs-DJ Paul Kalkbrenner, und Lexer aus Leipzig, Shootingstar und Szeneaufsteiger des Jahres 2014. Ebenso legen Acts wie „Gestört aber geil“ und „Ostblockschlampen“ bis in die Morgenstunden auf. Voraussichtliches Ende ist am Sonntagmorgen oder -vormittag.

Kleiner Love-Parade-Ersatz

„Ich bin sprachlos, wenn ich diese Dimensionen und diese Zahlen betrachte“, sagt Lexer. „Es ist unglaublich, wie viele Leute da sein werden.“ Den Schluss im zeitlichen DJ-Line-up bildet Felix Kröcher, Techno-Größe aus Süddeutschland, dessen Radioshow regelmäßig in mehr als 20 Länder übertragen wird. Wer sich zwischendurch ausruhen will, findet vor den Hallen auf dem Rollfeld und im dritten Hangar Regenerationsbereiche. Im vergangenen Jahr stand draußen ein Riesen-LED-Bildschirm, auf dem Fußballfans das Champions-League-Finale zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München ansehen konnten, danach oder zwischendurch wurde weitergetanzt.

„Ich meine, dass Berlin ein so großes Event wie den Summer Rave unbedingt braucht“, sagt Oliver Koletzki, der fast zeitgleich ein neues Album veröffentlicht. Er spielt damit auch auf den Verlust der Love Parade an. „Wir sollten da mit anderen europäischen Städten, darunter Barcelona zum Beispiel, mitziehen.“ Er freue sich riesig, an der Seite von Größen wie Lexy & K-Paul aufzutreten. „Aber es ist auch super, dass beim A&P Berlin Summer Rave, wo bisher eher Künstler aus der Vergangenheit auftraten, nun Künstler der Zukunft mit dabei sind.“

140 Quadratmeter LED-Wände

Vor allem regionale Firmen bauen in tagelanger Arbeit die Technik für die riesige Veranstaltung auf. Am Ende werden wohl bis zu 3500 Arbeitsstunden zusammenkommen, vermuten die Veranstalter. Für das Licht sorgen zahlreiche Scheinwerfer und Laser sowie 140 Quadratmeter LED-Wände. An mehr als 20 Tresen können sich die Besucher mit Getränken versorgen.

Für die organisatorische Umsetzung sorgen auch zahlreiche Kaiser’s-Mitarbeiterinnen, die vor Ort mithelfen. Die Supermarktkette ist der Veranstalter, eine Marke, die sonst eher nicht unmittelbar mit Jugendkultur und Techno in Verbindung gebracht würde. „Aber nicht Berliner Klubgrößen wie das Berghain haben den Rave ins Leben gerufen“, sagt Tobias Tuchlenski, Regionsmanager von Kaiser’s Berlin. „Sondern wir waren die Ersten, die diese Location am Tempelhofer Flughafen gerockt haben.“

Einlass ist am 31. Mai ab 20 Uhr und nur für Besucher ab 18 Jahren, auch in Begleitung eines Erziehungsberechtigten dürfen Minderjährige nicht hinein. Eine Eintrittskarte kostet 29,99 Euro. Es gibt sie unter www.berlin-summer-rave.de oder, falls noch Restkarten übrig sind, an der Abendkasse. Anfahrt: Mit der U6 bis U-Bahnhof Platz der Luftbrücke, von dort 250 Meter Fußweg.