Wie am 14. Mai 1989 nach einer Mitteilung des Informationsbüros West (IWE) berichtet wird, will die DDR-Militärführung ihre Feindbilder im Ost-West-Verhältnis glätten. Die vom dortigen Verteidigungsministerium herausgegebene Zeitschrift „Militärwesen“ sprach sich dafür aus, „überholte Feindbilder von der jeweils anderen Seite“ abzubauen.
Illegitim sind demnach Feindbilder, die etwa von einer generellen Friedensunfähigkeit des Gegners ausgehen. Insbesondere müssten „vereinfachte, nach dem Maßstab eigener Werte konstruierte Gut-Böse-Darstellungen sowie Feindbilder“ überwunden werden, die „darauf beruhen, dem anderen Reform- und Entwicklungsfähigkeit“ abzusprechen. Auch müsste eine Differenzierung im bürgerlichen Lager beachtet werden. Es sei notwendig, „zwischen politischer Gegnerschaft und politischer Freundschaft“ zu unterscheiden.





