Tempelhof – Anlaufstelle zum Einkaufen, Essen und Trinken
Vor 50 Jahren fuhr der Krabbenkutterkahn auf der Ostsee. Vor drei Jahren haben ihn Captain Hayri und Freundin Haykime im Tempelhofer Hafen vertäut. Anfangs verkaufte Hayri dort Fischbrötchen. Nun hat der ehemalige Besitzer des einst im Urbanhafen gelegenen Restaurantschiffs Iskele das Boot zum kleinen Fischrestaurant umgebaut (ab elf Uhr, So. ab zehn Uhr). Der Hafen ist gleichzeitig Hafen für rund 50 Privatboote und ein Einkaufszentrum.
Tempelhofer Hafen, Tempelhofer Damm 227, Tempelhof, U6 Ullsteinstraße, www.tempelhofer-hafen.com
Friedrichshain – Mit dem Bus zur eigenen Yacht
Man könnte mit dem Bus zur eigenen Yacht fahren. Sofern sie im Yachthafen Stralau liegt. „Die 1911 gegründete Hansa-Werft hat den Yachthafen vor rund 25 Jahren eröffnet. Wir haben 55 Liegeplätze, die alle belegt sind“, sagt Betreiber Thomas Geppert. Zwar ist der Hafen nur Bootsbesitzern zugänglich. Läuft man jedoch von der Endhaltestelle der Buslinien 104 und 347 den Uferweg der Grünanlage „Am Schwanenberg“ entlang, kann man die Marina sehen.
Yachthafen Stralau, Tunnelstr. 41/42, Friedrichshain, Bus 104, 347 Tunnelstraße, www.yachthafen-stralau.de
Tegel – Ausflugsdampfer und Bootsverleih
Das am Tegeler See gelegene Alt-Tegel bietet viel: Kopfsteinpflasterstraßen, den alten Dorfanger samt Dorfkirche, Hafen und die Greenwichpromenade, an der die Ausflugsdampfer an- und ablegen. Von der gut 90 Meter langen, 1909 erbauten Tegeler Hafenbrücke, besser bekannt als „Sechserbrücke“, hat man einen guten Blick auf die kleinen Privatboote, die, mit Motor- oder Muskelkraft, die Mündung des Tegeler Fließes entlangfahren. An der Brücke gibt es auch einen Bootsverleih.
Tegeler Hafen, Greenwichpromenade, Tegel, U6 Alt-Tegel
Rummelsburg – Schiffe gucken auf der Sonnenterrasse
„Zur Alten Flussbadeanstalt“: Auf den ersten Blick passt die hübsche Adresse gar nicht zur von Industrie geprägten Umgebung. Zuerst muss man einen Busparkplatz überqueren. Dann aber wird der Ausflügler belohnt: Man steht in der „Citymarina Berlin Rummelsburg“, direkt am Spreeufer. Unübersehbar ist der moderne Glasbau des Restaurants Hafenküche mit ambitionierter Küche und Sonnenterrasse. Die Uferpromenade schlängelt sich vorbei an Lastkähnen und Privatbooten. „Über uns kann man auch Tret-, Ruder- und Motorboote sowie einen Picknickplatz am Wasser mieten“, sagt Chef André Mahler. Vom 16. bis 18. Mai findet ein Hafenfest statt.
Restaurant Hafenküche an der Citymarina Berlin, Zur Alten Flussbadeanstalt 5, Rummelsburg, Tel. 42 21 99 26, www.hafenkueche.de, Tram 21 Gustav-Holzmann-Straße, Mo.–Fr. ab 10 Uhr, Sbd, So. ab 9 Uhr
Treptow – Hier geht auch ein Wasserflugzeug vor Anker
Wer sagt, dass in einem Hafen nur Schiffe vor Anker gehen? Das rote Wasserflugzeug, mit dem Rundflüge über Berlin angeboten werden, hat seinen Heimathafen in Treptow, unweit des Segelschiffrestaurants „Klipper“. Ein Stück den Spreeuferweg hinunter liegen die Dampfer der Stern und Kreisschiffahrt. Dort gleicht der Treptower Hafen einem maritimen Urlaubsort mit Gastro-Buden und Souvenirshop. Ein Berliner Original sind die „Purzelchen“, ein Hefeteiggebäck, dessen Ursprungsrezeptur von 1896 stammt.
Treptower Hafen, Puschkinallee, Treptow, S8, 85, 9, 41, 42 Treptower Park
Spandau – 40 Liegeplätze und Fischrestaurant
Mit Havel, Spree sowie Seen verfügt Spandau über fast 900 Hektar Wasserfläche. Folgerichtig muss es auch einen Hafen geben. Der liegt an der Havel, am Gelände der ehemaligen Schultheiss-Brauerei, und ist beschaulich klein. Gerade einmal 40 Liegeplätze für Privatboote gibt es. Der Hafen ist auch Wasserwanderrastplatz. Im Hafen werden Ruderboote, Wassertreter und führerscheinfreie Motorboote vermietet. Passend zur Wasserlage: das Fischrestaurant „Raymons“.
Altstadthafen Spandau, Frieda-Arnheim-Promenade, Spandau, Bus 136, 236 Kirchhofstraße, www.altstadthafen-spandau.de
Neukölln – Hafentheater für Landratten
Herzlichen Glückwunsch, nachträglich. Im April feierte der sich als „neues Volkstheater“ verstehende Heimathafen Neukölln seinen fünften Geburtstag. „Wir wollen die Geschichten der Menschen erzählen, nicht abstrakt oder abgehoben sein. Die Zuschauer sollen sich wie zuhause fühlen“, sagt Mitarbeiterin Lucia Jay von Seldeneck. So findet im Heimathafen ein künstlerisches Crossover aus Konzerten, Lesungen, Schauspiel, Musik und Poetry-Slam statt.
Heimathafen Neukölln, Karl-Marx-Str. 141, Neukölln, U7 Karl-Marx-Straße, Karten ca. 5–30 Euro, Tel. 56 82 13 33, heimathafen-neukoelln.de
Mitte – Das älteste Fahrgastschiff Berlins
„Die Sonnenuntergänge im Hafen sind wunderbar“, sagt der Vorsitzende des Vereins Historischer Hafen Karl-Manfred Pflitsch. An der Fischerinsel ankern historische Museumsschiffe. Die „Heinrich Zille“ von 1896 ist das älteste Fahrgastschiff Berlins. Freitags läuft sie mit der „Zille Revue“ als Theaterschiff aus. Der von Kohle befeuerte Schleppkahn „Andreas“ legt hin und wieder zu Sonderfahrten ab. Die Dauerausstellung zur Binnenfahrtsgeschichte Berlins wird demnächst wieder eröffnet.
Historischer Hafen, Märkisches Ufer/Ecke Inselstraße, Mitte, U2 Märkisches Ufer, S41, 42 Jannowitzbrücke, www.historischer-hafen-berlin.com
Mitte – Der Partyhafen an der Chausseestraße
Auch wenn der Partykutter weit weg vom Wasser ankert: „Bei uns wird man in eine maritime Welt mit 60er-Jahre-Charme gebeamt. Die Decke besteht aus Fischernetzen, statt Fenstern gibt es selbstgemalte Bullaugen“, sagt Klas Zagermann. Vor 47 Jahren hat er die Hafenbar eröffnet. Ein Muss auf der freitäglichen deutschen Schlagerparty: Immer um 0.30 Uhr wird Hans Albers’ Hymne „Auf der Reeperbahn nachts um hab eins“ gespielt. Und sonnabends wird zur „Kaptains Karaoke Party“ geladen.
Hafenbar, Chausseestr. 20 Mitte, U6 Naturkundemuseum, Fr, Sbd. ab 21 Uhr, Eintritt 5–8 Euro, www.hafenbar-berlin.de
Kreuzberg – Der Hafen, der gar keiner mehr ist
Die Saison im Urbanhafen hat längst begonnen. Zu beiden Seiten des Landwehrkanals geben sich Freiluftfans dem Sonnenbaden hin, beobachten vorbeifahrende Schiffe und schauen den zahlreichen Schwänen beim gemächlichen Schwimmen zu. In dem vor 50 Jahren stillgelegten Hafen ankert noch das Restaurantschiff „van Loon" (tägl. ab neun Uhr geöffnet). Ein Spaziergang auf dem Uferweg ist lehrreich: Auf Infotafeln kann man die Geschichte des Landwehrkanals nachlesen und erfahren, dass dort bis zu zehn Fischarten wie Plötze und Barsch vorkommen.
Urbanhafen, Carl-Herz-Ufer, Kreuzberg, U1 Prinzenstraße





