City Ost

Linke fordert kleineres Hochhaus am Alexanderplatz

Anfang der 90er-Jahre wurde ein Masterplan für den Alexanderplatz erstellt. Zehn 150 Meter hohe Türme sollten gebaut werden. Nun debattiert das Abgeordnetenhaus über die Zukunft der Hochhausplanungen.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Nicht höher als 125 Meter und nicht in der Sichtachse des Fernsehturms: So sehen die Vorschläge der Berliner Linken für die künftige Hochhausbebauung am Alexanderplatz aus. Am Donnerstag wird das Abgeordnetenhaus bei seiner Plenarsitzung beraten, wie es mit den Planungen für den wichtigsten Stadtplatz im Herzen der City Ost weitergehen soll. Da nunmehr unstrittig sei, dass die von den Architekten Kollhoff und Timmermann entwickelte Hochhauskonzeption aus den frühen 90er-Jahren in weiten Teilen nicht realisierbar sei, „müssen wir jetzt die Chance nutzen, die jahrelange Entwicklungsblockade zu durchbrechen“, begründet die baupolitische Sprecherin der Linken, Katrin Lompscher, den Vorschlag ihrer Fraktion, den sie am Donnerstag zur Abstimmung bringen will.

Der Masterplan von 1993 sieht den Bau von zehn 150 Meter hohen Türmen vor, die zum Teil auf Arealen entstehen sollen, auf denen Bestandsgebäude wie etwa das Hotel Park Inn inzwischen aufwendig saniert worden sind. Der Abriss dieser Häuser ist zumindest auf Jahre hinaus von den Eigentümern nicht vorgesehen. Da zudem die Siebenjahresfrist zur Umsetzung der Bebauungspläne abgelaufen ist, ohne dass eine Bauabsicht der Grundstückseigentümer erkennbar geworden ist, kann Berlin das Planungsrecht wieder ändern, ohne den Eigentümern eine Entschädigung zahlen zu müssen.

Zwar gebe es bereits einen abgestimmten Antrag von CDU und SPD, der das gleiche Ziel verfolge, räumt Lompscher ein. Doch dieser gehe der Linken nicht weit genug. „Die Würde des Platzes darf durch die künftige Entwicklung nicht beschädigt werden“, formuliert es Lompscher. Der von der rot-schwarzen Regierungskoalition eingebrachte und bereits im April im Stadtentwicklungsausschuss mehrheitlich angenommene Antrag sieht vor, „in einem beteiligungsorientierten Planungsprozess unter Einbeziehung der breiten Stadtgesellschaft“ verschiedene Varianten der Bebauung zu prüfen.

CDU hält nichts vom 125-Meter-Limit

Während Katrin Lompscher betont, es gebe eine „große Schnittmenge“ mit SPD und CDU und man verstehe den eigenen Änderungsantrag deshalb als Ergänzung, hält Stefan Evers, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der CDU, den Vorschlag der Linken für nicht konsensfähig.

„Die Festlegung auf eine bestimmte Höhe der Türme macht zu diesem Zeitpunkt gar keinen Sinn“, so Evers. Schließlich stehe man ja gerade erst ganz am Anfang des Diskussionsprozesses. Diesen wolle man nicht gleich mit Festlegungen im Voraus abwürgen. Wieso Hochhäuser am Alexanderplatz nicht höher sein dürften als das Hotel Park Inn mit seinen 125 Metern, sei zudem unklar. „In der City West entstehen 118 Meter hohe Türme, die die Gedächtniskirche sogar deutlich überragen.“ Der Würde des Breitscheidplatzes habe dies jedenfalls keinen Abbruch getan. „Wir werden deshalb an unserem Antrag festhalten“, sagt der CDU-Bauexperte.