In der Diskussion um die Neugestaltung des Berliner Alexanderplatzes hat Senatsbaudirektorin Regula Lüscher Forderungen von Architekten nach einem neuen Wettbewerb abgelehnt. „Wir würden über das Ziel hinausschießen, wenn wir jetzt eine totale Neuplanung ausloben, da dies nicht dem politischen Auftrag entspricht“, sagte Lüscher. Zwar sei der Masterplan von Hans Kollhoff und Helga Timmermann in seiner ursprünglichen Form nicht realisierbar. Er müsse aber von den beiden Architekten selbst überarbeitet werden.

Die Architektenkammer Berlin hatte einen neuen Wettbewerb für die Neugestaltung des Alexanderplatzes gefordert. Der Masterplan sei überholt. Es gebe nun ein „historisches Zeitfenster“ für einen offenen städtebaulichen Wettbewerb, der dem Ort gerecht werden könne, so die Präsidentin der Architektenkammer, Christine Edmaier. Nach den ursprünglichen Plänen sollten am Alexanderplatz zehn neue Hochhäuser entstehen – allerdings auch an Stellen, wo bereits Gebäude stehen, die in den vergangenen Jahren aufwendig saniert wurden. Der Senat hat sich deshalb von den Plänen distanziert.

Lüscher und der Ausschuss für Stadtentwicklung im Abgeordnetenhaus hätten sich für eine Überprüfung der Pläne ausgesprochen, so die Kammer. Zudem sei die Frist abgelaufen, in der die Grundstückseigentümer einen Anspruch auf Entschädigung bei einer Änderung der Bebauungspläne hatten. Im Januar hatte eine Jury den Entwurf des US-Architekten Frank Gehry für den Bau eines 150 Meter hohen Turmes ausgewählt. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung wird mit der Monarch-Gruppe aus Russland über den Bau des Hochhauses am Einkaufszentrum Alexa verhandelt.

BM