Berlin-Mitte

Probleme bei geplantem Wolkenkratzer am Alexanderplatz

Das auf dem Alexanderplatz geplante Hochhaus-Projekt ist möglicherweise zu schwer für den darunter verlaufenden Tunnel der U-Bahnlinie 5. Für die Bauarbeiten gibt es ernste Sicherheitsbedenken.

Der Bau des 150 Meter hohen Wohnturms am Berliner Alexanderplatz in Mitte könnte Probleme für die unterirdischen U-Bahnlinien bereiten. Befürchtet wird, dass das Haus des US-Investors Hines Immobilien zu schwer sei und deshalb die Sicherheit der U-Bahntunnel gefährden könnte.

Seit August 2013 ruht deshalb das Bebauungsplanverfahren beim Senat, berichtet die „Berliner Zeitung“. Der Investor habe ein Gutachten in Auftrag gegeben, um die Risiken einschätzen zu können. Hines sei zuversichtlich, die Probleme für das 250 Millionen-Euro-Projekt kurzfristig klären zu können, heißt es in der Zeitung.

Grundwasser könnte in Tunnelröhre eindringen

Doch die für die östlichen Ortsteile Berlins wichtige U-Bahnlinie 5 läuft so nah unter dem Bauplatz des geplanten Wolkenkratzers vorbei, dass Schäden nicht ausgeschlossen werden. Zwar läuft die Linie in einem Bogen um das Areal herum, doch wenn die Bauarbeiten starten, könnte der Boden absacken und Grundwasser in die Tunnelröhre eindringen.

Deshalb wollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) nun erst einmal klären, wie der Verkehr während der Bauzeit überhaupt aufrechterhalten werden kann. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung will das Planverfahren für das Hochhaus erst dann fortsetzen, wenn alle Sicherheitsfragen geklärt sind.

Investor Hines muss ein Konzept erarbeiten, das „im Havariefall zur schnellen Handlungsfähigkeit befähigt und den U-Bahn-Verkehr sicher aufrechterhält“, wie es die Berliner Verkehrsbetriebe laut den Informationen der Zeitung fordern.

Ob das Wolkenkratzer-Projekt am Ende wirklich so bleibt, wie ursprünglich geplant, ist offen. „Es ist zutreffend, dass das Bebauungsplanverfahren für das Hines-Hochhaus am Alexanderplatz seit August 2013 unterbrochen ist, um offene Fragen zu klären“, sagte eine Sprecherin der Behörde der „Berliner Zeitung“.

Die Antwort des Investors Hines fällt bislang zurückhaltend aus: „Wir sind auf einem guten Weg und gehen von einer kurzfristigen Klärung aus“, zitiert die Zeitung das Unternehmen. Letztendlich muss das Berliner Abgeordnetenhaus über die Baugenehmigung entscheiden.

Grundriss eines Kleeblatts

Der Baustart für den bis zu 250 Millionen Euro teuren Turm mit dem Grundriss eines Kleeblatts des US-Architekten Frank Gehry sollte eigentlich im kommenden Jahr erfolgen. Hunderte Wohnungen sowie ein Hotel werden dann am Alexanderplatz entstehen. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher hatte im Januar den Wohnturm als „äußerst markantes neues Wahrzeichen neben dem Park Inn Hotel“ bezeichnet.

Der 39 Stockwerke hohe Turm, der mit einer Höhe von 150 Metern das höchste Wohnhaus Deutschlands werden wird, soll direkt an das ebenfalls von Hines errichtete Einkaufscenter „Die Mitte“ grenzen. Eine schmucklose Brandwand an der der Alexanderstraße zugewandten Seite des Centers zeigt derzeit an, wo genau das Gebäude ansetzen soll. BM mit dpa