Looking for Freedom

David Hasselhoff singt auf der re:publica für die Freiheit

Auf der re:publica will David Hasselhoff die Freiheit im Internet verteidigen. Dazu ließ er sich sogar zu einem spontanen Lied hinreißen - allerdings zu einem altbekannten.

Am ersten Tag der re:publica zeigten sich Antivirus-Forscher Mikko Hypponen und der in die Jahre gekommene Popstar David Hasselhoff gemeinsam auf der Bühne. Der Anti-Virus-Hersteller f-secure hatte Hasselhoff zum Botschafter des vorgestellen „Manifesto“ auserkoren. In Anspielung auf Hasselhoffs Hit von 1989 „I’ve been looking for Freedom“ präsentierte f-secure nach dem Auftritt ein Manifest zur Freiheit im Internet. Unterteilt in vier Kapiteln wollen die Initiatoren so auf die Rechte im Netz aufmerksam machen.

An dem Online-Schriftstück, das sich unter anderem mit Massenüberwachung und dem Recht auf Internetzugang beschäftigt, sei jeder aufgerufen, seinen Teil beizutragen, so Hypponen. Unter dem Schriftzug „We’re looking for Freedom“ ist das Gemeinschaftsprojekt am Abend online gegangen.

„Massenhafte Überwachung ist ein bisschen beängstigend“, sagte Hasselhoff vor einem vollbesetzten Saal. „Wenn es um korrupte Regierungen oder Terroristen geht, natürlich, aber wenn es um Einzelpersonen geht, ist das absolut falsch.“

Video, das Hasselhoff im Vollrausch zeigt

Es gehe um die digitale Freiheit, sagte Hasselhoff. Er hat seine eigenen schmerzvollen Erfahrung mit dem Verlust der Privatsphäre gemacht. Vor einigen Jahren tauchte im Internet ein Video von dem Sänger im Vollrausch auf. „Ich habe viele Tage damit verbracht, zu versuchen, das Video aus dem Netz zu bekommen“, sagte er.

Das Video stamme vom Computer seiner Tochter, der gehackt worden sei. Doch diese Gefahr bestehe jetzt für jeden, sie gehe von Geheimdiensten aus. „Sie können Ihre E-Mails lesen, sie können Ihre SMS lesen, sie können Ihre Fotos und ihre Adressbücher sehen, alles.“

„Singst du uns deinen Song?“

Am Ende des Vortrags gab es aus dem Publikum nur zwei Fragen. Eine davon lautete: „David, singst du uns deinen Song?“. Nach kurzem Zögern antwortete er: „Das ist ein ernstes Thema.“ Doch nachdem ein Fan aus dem Publikum die erste Zeile intonierte, stimmte Hasselhoff ein und schon sang der ganze Saal mit ihm „I've been looking for freedom, I've been looking for so long.“

Etwas unangenehm wurde es auf der Bühne, als Hypponen Hasselhoff nach seiner Meinung zu Edward Snowden fragte. Hasselhoff sagte lachend, er wolle durchaus noch ohne Probleme wieder zu Hause einreisen wollen. Dennoch, so Hasselhoff, habe Snowden „uns auf etwas sehr Wichtiges aufmerksam gemacht“.

Die re:publica begann 2007 als Bloggerkonferenz, inzwischen wird sie von Politikern und Managern aufmerksam beobachtet – und findet Unterstützung bei Konzernen wie Daimler und Microsoft. Mit rund 6000 Teilnehmern ist die bis Donnerstag dauernde Konferenz die bisher größte Tagung von Netzaktivisten in Deutschland. mit dpa