Stadtschloss

Bürgerinitiative demonstriert gegen Schlossflügel

Mit einer „stillen Demo“ möchte die Bürgerinitiative „Offenes Schloss“ am kommenden Mittwoch auf ihre Forderung aufmerksam machen, den Bau eines modernen Stadtschloss-Flügels zu streichen.

Foto: Soeren Stache / dpa

Die Bürgerinitiative „Offenes Schloss“ hat in den vergangenen Monaten mit ihrer Forderung, auf den modernen Ostflügel des Stadtschlosses zu verzichten, für Diskussionen gesorgt. Nun, mit voranschreitender Bautätigkeit, startet das Bündnis eine weitere Aktion.

„Viele Berliner wissen gar nicht, worum es bei unserer Forderung, den Ostflügel zu streichen, wirklich geht“, sagt Matthias Dittmer, Mitgründer der Bürgerinitiative Offenes Schloss, die sich im Januar gegründet hat. „Und sie wissen auch nicht, wie grausig der Ostflügel sich in seiner ganzen Größe erheben wird.“ Deshalb hat das Bündnis beschlossen, die beiden Frontalansichten des Ostflügels am kommenden Mittwoch um 18 Uhr der Öffentlichkeit vor der Humboldt-Box zu präsentieren.

3.000 Bürger unterstützen die Kampagne

Auf 1,40 mal 4,50 Meter großen Bannern könnten beide Entwürfe miteinander verglichen werden – sowohl der geplante Säulenbau des italienischen Architekten Franco Stella als auch der im Stil des Louvre gehaltene, dreiseitige Entwurf der Bürgerinitiative, der sich an den Plänen von Architekt Stephan Braunfels orientiert. Vertreter des Bundestags und des Humboldtforums wollen an dem Entwurf mit der modernen Seite festhalten.

Trotzdem werden die Initiatoren weiter kämpfen. Mit den Bannern wollen die Initiatoren dann im Rahmen einer „stillen Demo“ zum Alexanderplatz ziehen und dabei Infoflyer zur laufenden Petition verteilen. Diese unter dem Namen „Öffnet das Berliner Schloss!“ auf www.change.org/berlinerschloss vor einigen Wochen online gestellte Kampagne hat bisher mehr als 3000 Unterstützer gefunden, knappe 22.000 sollen es insgesamt werden. Ziel der Petition ist es, die Diskussion um den Ostflügel in den Bundestag zu tragen, so Dittmer.

Öffnung des Schlosses als Versöhnungsgeste

Zudem könnten durch den Verzicht auf den Ostflügel etwa 70 Millionen Euro eingespart werden, die laut Initiative die Finanzierungslücke von 72 Millionen Euro für die Rekonstruktion der drei historischen Fassaden ausgleichen könnten. Die Öffnung des Schlosses nach Osten trüge außerdem Symbolcharakter, könne dies doch als Versöhnungsgeste verstanden werden.