Ein Berliner Bauunternehmer soll jahrelang Schwarzlöhne gezahlt und einen Schaden von insgesamt rund 3,3 Millionen Euro verursacht haben. Die Staatsanwaltschaft legt dem 48 Jahre alten Mann Betrug in 92 Fällen zur Last. Zu Beginn des Prozesses am Montag vor dem Berliner Landgericht verweigerte der wegen Steuerhinterziehung vorbestrafte Manager die Aussage.

Der Mann aus Kreuzberg war aus Sicht der Anklage faktischer Geschäftsführer einer im Bundesgebiet sowie im Ausland tätigen Baufirma. Im Tatzeitraum zwischen Juli 2005 und Dezember 2009 habe das Unternehmen Nettoumsätze von insgesamt knapp 6,5 Millionen Euro erzielt. „Zur Steigerung seines Gewinns zahlte der Angeklagte Schwarzlöhne und deckte diese mittels Scheinrechnungen ab“, heißt es in der Anklage.

Die Ermittlungen gegen den damaligen Firmenchef brachte das Hauptzollamt nach einer Baustellenüberprüfung in Berlin ins Rollen. Der Angeklagte soll Arbeitnehmer nur zum Teil zur Sozialversicherung angemeldet haben. In vielen anderen Fällen gehen die Ermittler davon aus, dass Schwarzarbeiter beschäftigt und überhaupt keine Beiträge abgeführt wurden. Durch Schwarzlöhne soll laut Anklage ein Schaden von 2,3 Millionen Euro entstanden sein. Zudem sei die Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes durch Täuschung um rund eine Million Euro geprellt worden.

Der Angeklagte war im Februar 2014 festgenommen worden. Drei Wochen später wurde der Vater von drei Kindern gegen Auflagen von weiterer Untersuchungshaft verschont. Für den Prozess sind zwölf weitere Verhandlungstage bis Anfang September vorgesehen.

dpa