Prozess in Berlin

Angeklagte gestehen 1000 Betrugsfälle mit Online-Fahrkarten

Vier Betrüger buchten mit fremden Kreditkartendaten Zugtickets und boten sie dann zu Schleuderpreisen an. Das Geld habe er beim Pokern verspielt, sagt einer von ihnen in Berlin vor Gericht.

In 1090 Fällen haben zwei junge Männer mit fremden Kreditkartendaten Online-Fahrkarten bei der Deutschen Bahn gebucht. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Schaden in Höhe von knapp 250.000 Euro aus.

Vor dem Berliner Landgericht gaben die 23 und 21 Jahre alten Angeklagten am Donnerstag die Betrügereien im Wesentlichen zu.

Der 23-Jährige – ein Rettungssanitäter – sagte zu Beginn der Verhandlung, er habe die von anderen Tätern ausgespähten Kontodaten im Internet gekauft. Die betrügerisch erlangten Zugtickets habe er dann per E-Mail an die Abnehmer weitergeleitet. Das Geld habe er sich zuletzt an einen eigens dafür präparierten Briefkasten schicken lassen.

Die Ticket-Interessenten zahlten den Ermittlungen zufolge jeweils 40 Euro pro Person und Strecke.

Besonders schwerer Fall des Betruges

Für den Fahrkarten-Betrug wurden laut Anklage die Daten von mehr als 40 Kreditkarten missbraucht. Nach der neunmonatigen Betrugsserie war der Rettungssanitäter im September 2013 verhaftet worden. Seine Beute will der 23-Jährige zum großen Teil beim Pokern verspielt oder für Partys ausgegeben haben. Er befindet sich seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft.

Sein 21 Jahre alter mutmaßlicher Komplize legte vor Gericht zunächst ein pauschales Geständnis ab. In dem Prozess um gewerbs- und bandenmäßigen Betrug müssen sich zudem zwei weitere Angeklagte verantworten. Die 21- und 36-Jährigen sollen verschiedene Hilfsdienste geleistet haben.

Gewerbs- und bandenmäßiger Betrug gilt laut Strafgesetzbuch als ein besonders schwerer Fall des Betruges und wird mit Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zehn Jahren geahndet.

Die Verhandlung wird fortgesetzt.

( dpa/sei )