Nigel D., Lehrer der Wilmersdorfer Nelson-Mandela-Schule, ist angeklagt wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern. Ab Dienstag steht der 53 Jahre alte vierfache Familienvater deswegen vor einer großen Strafkammer des Berliner Landgerichts. Es heißt, er sei geständig.

Den Ermittlungen zufolge soll er zwischen Herbst 2011 und Juli 2013 ein im Jahr 2000 geborenes Kind – es war ein ehemaliger Schüler – in seinen jeweiligen Wohnungen in Charlottenburg und Friedenau sexuell missbraucht haben. Tatorte sollen auch Torremolinos (Spanien) und Brühl (Nordrhein-Westfalen) gewesen sein.

Die Vorwürfe gegen den Sport- und Französischlehrer waren im August 2013 bekannt geworden. Am 9. August erstattete die Familie des Jungen Anzeige bei der Polizei. Zuvor soll es vonseiten des Lehrers eine Selbstanzeige gegeben haben.

Nigel D. wurde von seiner Tätigkeit an der staatlichen internationalen Nelson-Mandela-Schule suspendiert. Der Schulleiter hatte sich anschließend an die Elternschaft gewandt und erklärt, dass sich die Vorfälle vollständig im privaten Bereich der beiden Familien ereignet hätten. Nigel D. hatte neben seiner Tätigkeit als Lehrer eine kleine Gemeinde der evangelisch-freikirchlichen Gemeinschaft in Berlin geleitet. Die Eltern des missbrauchten Jungen sollen Mitglieder dieser Gemeinde gewesen sein. Auch dieses Amt legte Nigel D. nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe nieder.

Der gebürtige Brite war 2009 aus England nach Berlin gekommen. Er galt als beliebter, von den Kollegen fachlich geschätzter Lehrer. Die Nelson-Mandela-Schule gehört zu den renommiertesten Schulen der Hauptstadt. Sie ist die einzige öffentliche Schule Berlins, die zum internationalen Abitur führt.

mim