Urteil

Gefängnisstrafe – Berliner missbrauchte jahrelang Jungen

87 Übergriffe auf drei Opfer sah das Berliner Landgericht als erwiesen an. Der 54-Jährige hatte im Prozess ein umfassendes Geständnis abgelegt. Das wirkte sich strafmildernd aus.

Wegen jahrelangen sexuellen Missbrauchs ist ein 54-jähriger Mann aus Berlin-Lankwitz zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden.

Das Berliner Landgericht sah am Dienstag 87 Übergriffe auf drei Opfer als erwiesen an. Sie waren zwölf bis 17 Jahre alt. Der Mann habe die Jungen stets mit großzügigen Geschenken gelockt und dann ihr Vertrauen ausgenutzt, sagte die Vorsitzende Richterin. Der 54-Jährige hatte im Prozess ein umfassendes Geständnis abgelegt. Es wirkte sich strafmildernd aus, weil er damit seinen Opfern eine erneute intensive Befragung ersparte.

Über einen Zeitraum von mehr als neun Jahren hatte sich der Mann aus Berlin-Lankwitz an den Jungen vergangen. Eines der Opfer lebte wegen familiärer Probleme mit Billigung des Jugendamtes bei ihm. Es sei jedoch nicht zu verstehen, warum das Amt nie einen Vertreter in die Wohnung geschickt habe, kritisierte das Gericht. Möglicherweise wären die Kameras im Schlafzimmer des Mannes aufgefallen.

Erst aufmerksame Nachbarn hatten im April 2013 die Ermittlungen ins Rollen gebracht.

Die Verfahrensbeteiligten hatten sich darauf geeinigt, dass im Fall eines Geständnisses eine Haftstrafe zwischen vier Jahren und drei Monaten sowie vier Jahren und sechs Monaten verhängt wird.

( dpa/sei )