Mit mehreren Dutzend Einsatzkräften musste die Polizei in der Nacht zu Mittwoch eine Schlägerei in einem Asylbewerberheim in Berlin-Lichtenberg beenden.

Die Beamten waren gegen 0.30 Uhr zu der Flüchtlingsunterkunft an der Max-Brunnow-Straße in Fennpfuhl gerufen worden. Dort eingetroffen, mussten die Polizisten einen mutmaßlichen Sexualstraftäter vor der Rache und den Schlägen anderer Heimbewohner schützen. Sie nahmen den Beschuldigten vorläufig fest und führten ihn ab.

Zu der nächtlichen Auseinandersetzung war es gekommen, als mehrere Flüchtlinge auf einen Zimmernachbarn, einen Flüchtling aus Afghanistan, einschlugen. Die Angreifer warfen dem Mann vor, zwei Kinder aus einer syrischen Flüchtlingsfamilie sexuell missbraucht zu haben. Nach Informationen der Berliner Morgenpost handelt es sich um ein achtjähriges Mädchen und einen sechs Jahre alten Jungen.

Landeskriminalamt ermittelt in dem Fall

Die Polizei musste zur Schlichtung der Auseinandersetzung mit ungefähr 35 Einsatzkräften anrücken. Sie nahmen den Beschuldigten fest. Das Landeskriminalamt ermittelt in dem Fall. Am Mittwochnachmittag befand sich der verdächtige Heimbewohner noch in Polizeigewahrsam.

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso), das in Berlin für die Unterbringung der Asylbewerber zuständig ist, sieht sich bereits nach einem anderen Heimplatz für den Flüchtling um.

Sollte er in den kommenden Tagen vorerst beziehungsweise endgültig auf freien Fuß gesetzt werden, wird er wohl nicht in das Flüchtlingsheim in Lichtenberg zurückkehren. „Um den Mann vor weiteren Übergriffen anderer Flüchtlinge zu schützen, sind wir auf der Suche nach einer geeigneten Unterbringungsmöglichkeit“, sagte ein Sprecher des Lageso auf Anfrage. „Wir können nicht wahllos jeden Asylbewerber in jedem Heim unterbringen.“ Man müsse auf die Religionen und Nationalitäten der Flüchtlinge in einer Unterkunft Rücksicht nehmen.

ag/plet