Die Hoffnung, dass der Bezirk Mitte die Bierbikes mit grölenden Touristen aus dem historischen Stadtkern verbannt, hat sich zerschlagen. Zunächst jedenfalls. Ein Betreiber hat Widerspruch gegen den Beschluss des Bezirksamtes eingelegt, dass die sogenannten Spaß-Gefährte nicht mehr rund um den Alexanderplatz, Unter den Linden, auf der Friedrichstraße, der Leipziger Straße oder am Potsdamer Platz unterwegs sein dürfen. „Einer der zwei Betreiber geht gegen den Ausschluss von Straßen und Plätzen vor. Der Widerspruch hat aufschiebende Wirkung“, sagte Carsten Spallek (CDU), als Stadtrat in Mitte für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Ordnung zuständig.
Er gehe davon aus, dass die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung den Widerspruch zurückweise. Schließlich habe die Behörde den Bezirken aufgetragen, die Bierbike-Problematik durch Einzelregelungen zu lösen. Sollte der Widerspruch zurückgewiesen werden, könne der Betreiber noch klagen. Der Bierbike-Veranstalter kritisiert laut Spallek nicht, dass er die Nutzung öffentlichen Straßenlandes beantragen muss, sondern dass bestimmte Straßen ausgenommen sind. So hat das Bezirksamt Mitte in einem sogenannten Positiv-Negativ-Katalog nicht nur für Bierbikes festgelegt, dass im zentralen Bereich von Berlin besondere Maßstäbe gelten.
Nicht nur Bierbikes, sondern auch Grillwalker, Würstchenbuden oder Bauchladenverkäufer erhalten beispielsweise auf dem Gendarmenmarkt und Bebelplatz, auf dem Schlossplatz und Potsdamer Platz keine Erlaubnis für die Sondernutzung des öffentlichen Straßenlandes. Für geschichtsträchtige Orte in der Berliner Innenstadt legt der Bezirk Mitte auch bei Veranstaltungen strenge Maßstäbe an. Sie müssen von herausragender politischer, kultureller oder sportlicher Bedeutung sein, um genehmigt zu werden.
Zu den Straßen, in denen Bierbikes verboten sind, gehört neben dem Pariser Platz auch die Müllerstraße in Wedding. „Eine viel befahrene neuralgische Verkehrsader“, begründet Spallek die Auswahl. Das Fahren mit Bierbikes zu beschränken, begrüßt seit Langem auch „visitBerlin“, Tourismusvermarkter der Stadt. Nach Auskunft von Tourismus-Chef Burkhard Kieker sollten die Spaßbikes komplett verboten werden. Sie seien für Berliner und Gäste eine Belästigung und für den touristischen Erfolg komplett überflüssig.
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