Preiserhöhung

Berliner Sommerbäder kosten künftig 5,50 Euro Eintritt

Die ersten Freibäder haben bereits geöffnet, die anderen folgen in Kürze. Doch die Besucher müssen höhere Preise zahlen. Die Bäder-Betriebe haben ihren günstigen Basistarif auf die Hallen beschränkt.

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Das Strandbad Wannsee hat seine Tore bereits geöffnet, das Strandbad in Lübars will am Freitag folgen. Als erstes Sommerbad wird am 3. Mai das „Prinzenbad“ in Kreuzberg an den Start gehen. Eigentlich sollte zeitgleich das Olympia-Schwimmbad öffnen. Doch dort gibt es einen Wasserrohrbruch. Der könnte zu Verzögerungen führen. Die Bäder an der Seestraße (Wedding) und in Mariendorf sollen noch im Mai öffnen, der Rest dann nach und nach. „Bis zum 7. Juni sollen möglichst alle geöffnet sein“, sagte Matthias Oloew, Sprecher der Berliner Bäder-Betriebe (BBB), am Mittwoch.

Das vergangene Jahr wurde nach Auskunft des Vorstandsvorsitzenden Ole Bested Hensing mit einer „erfreulichen Bilanz“ abgeschlossen. 6,47 Millionen Besucher, und damit 358.000 mehr als 2012, zählten die Bäder-Betriebe. Der Anteil der zahlenden Kunden sei dabei mit 7,8 Prozent deutlicher ausgefallen als bei den nicht zahlenden Kunden. Rund 4,5 Millionen Schwimmer nutzten die Bäder mit Eintrittskarte, rund zwei Millionen Gäste entfielen auf Schulen und Vereine.

Zu den neuen Preisen, die Anfang des Jahres unter Protest eingeführt wurden, sagte der Vorstandsvorsitzende der BBB, Ole Bested Hensing, dass es im Januar und Februar weniger Gäste als im Vorjahr gab, im April hätten sich die Zahlen aber stabilisiert. Es gebe jetzt jedoch eine andere Verteilung. Stark nachgefragte Zeiten würden entzerrt. Das sei auch so gewollt gewesen. Das habe sich auch im Umsatz gezeigt: „Das Tarifmodell hat am Anfang einen Aufschrei erzeugt, aber es können jetzt viel mehr Menschen billiger schwimmen“, sagte Bested Hensing.

„Zahlen haben sich stabilisiert“

Das trifft auf die Sommerbäder allerdings nicht zu. Dort wird es nämlich den günstigen Basistarif, 3,50 Euro von 10 bis 15 Uhr, nicht geben. „Der Betrieb von Sommerbädern unterscheidet sich von den Hallen. Badegäste bleiben häufig den ganzen Tag. Deswegen ist kein Basistarif möglich“, sagte Sprecher Oloew.

Drei große Bauprojekte schließen die BBB in diesem Jahr ab. Dazu gehört auch das Sommerbad in der Gropiusstadt: Das Kinderplanschbecken hat ein neues Pilzhaus und Wasserfontänen, der Nichtschwimmer eine große neue Rutsche. Helles Maisgelb lässt die zuvor grauen Betonwände jetzt leuchten. Fast vier Tage hat es gedauert, das 50-Meter-Becken im Sommerbad Gropiusstadt zu füllen.

5000 Euro kostet die Füllung für das 2000 Kubikmeter große Becken. Angesichts des schönen Wetters lockt das Wasser schon jetzt für eine kurze Abkühlung. Doch noch ist es dafür zu früh. Mit technischen Untersuchungen muss noch geprüft werden, ob alle Bauarbeiten ordnungsgemäß erfolgt sind. Rund 2,5 Millionen Euro haben die Bäder-Betriebe in den Außenbereich des Kombibads Gropiusstadt investiert.

Darin enthalten ist auch die Steuerung für die Wasseraufbereitung und die Auskleidung der Becken mit Edelstahl. Nach dem nächsten Winter wird es keine Probleme mit gesprungenen Fliesen mehr geben. Fast die Hälfte der Becken in den 14 Berliner Sommerbädern ist inzwischen mit Edelstahl ausgekleidet.

Halle öffnet zur Wintersaison

Bäderchef Bested Hensing bezeichnete die Inbetriebnahme der drei Bäder als „großen Kraftakt, den wir stemmen müssen“. Er sei optimistisch, dass das Sommerbad Gropiusstadt im Juni öffnet. Genauso wie das in Spandau-Süd. In allen drei Fällen lägen die Kosten höher als ursprünglich angenommen. Überall seien zusätzliche Baumaßnahmen nötig geworden. Zahlen nannte Bested Hensing nicht, da die Schlussrechnungen noch nicht vorlägen.

In der Halle des Kombibads Gropiusstadt, deren Grundsanierung rund 12,5 Millionen Euro kosten wird, wird allerdings noch gearbeitet. Sie soll zur Wintersaison öffnen. Die Glasfassade wurde komplett erneuert, die Badewasseraufbereitungsanlage im Keller ebenfalls, der Umkleidebereich und die Sanitäranlagen sind ausgewechselt worden, das Dach ist neu und verfügt jetzt über eine Anlage, die Sonne in Wärme umwandelt, was für die Beheizung der Außenbecken genutzt wird. 24 bis 26 Grad soll die Wassertemperatur dort betragen.

Auch das schönste Bad in Berlin befindet sich nach Ansicht von Bested Hensing in Neukölln. Das Stadtbad mit dem säulenumstandenen Schwimmbad, den Glasmosaiken und Bildhauerarbeiten an der Ganghoferstraße sei deutschlandweit sogar einzigartig. „Und es befindet sich in einem sehr guten Zustand. Bei Bädern, die man vor 100 Jahren gebaut hat, wurde noch Wert darauf gelegt, dass Sport auch Erholung und Entspannung ist“, sagte Bested Hensing.

Am 10. Mai wird das 100-jährige Bestehen im Stadtbad Neukölln mit einem Live-Konzert von „Ulli und die Grauen Zellen“ gefeiert. Erwartet zur Pool-Party werden Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) und Sportsenator Frank Henkel (CDU). Gäste können am Beckenrand mitfeiern. Der Verkauf der Eintrittskarten für die Feier hat begonnen. Die Deutsche Post wird zudem mit einem Stand dort vertreten sein, bei dem der an diesem Tag herauskommende Sonderstempel zum Bad auf einer Sammler-Klappkarte erhältlich sein wird.