Krisensituationen

Berliner Schulen erhalten aktualisierte Notfallpläne

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Die Handlungsanweisungen für Gewaltvorfälle an Schulen sind erneuert worden. Es werden rechtliche Fragen zu Cybermobbing, Datenschutz, Kindeswohlgefährdung und -missbrauch beantwortet.

Berliner Schulen bekommen aktualisierte Notfallpläne. In diesen sind genaue Handlungsanweisungen enthalten, wie sich die Schulen in akuten Krisensituationen wie Gewaltvorfällen, Amokdrohungen oder Kindesmissbrauch verhalten sollen. Neu in den Ordnern sind Kontaktnummern zu der Stelle der Suchtprävention der Senatsverwaltung und zur Sektenleitstelle. Überarbeitet wurden die Adressen und Ansprechpersonen bei der Polizei und auch bei den Krisenteams der Schulpsychologen.

Zudem werden jetzt auch rechtliche Fragen beantwortet, die Lehrer in Krisensituationen häufig verunsichern. So gibt es beispielsweise Informationen zum Thema Schweigepflicht und Informationsweitergabe bei Kindeswohlgefährdung. Neu sind auch Hinweise zur strafrechtlichen Relevanz von Cybermobbing. Auch zu dem in letzter Zeit viel diskutierten sexuellen Missbrauch in Institutionen für Kinder und Jugendliche gibt es rechtliche Hinweise.

Auch die bereits bestehende Anweisung, dass Schulleiter bei Fällen von Kindesmissbrauch an der Schule umliegende Schulen und die Eltern informieren sollen, ist Bestandteil des Notfallplanes. Dies trage zur Handlungssicherheit bei. Häufig würde es Unsicherheit geben bei der Abwägung zwischen Sicherheitsvorkehrungen auf der einen und dem Vermeiden von Hysterie auf der anderen Seite. Auch bei Fragen des Datenschutzes hätten viele Schulleiter Bedenken.

Mehr Gewaltvorfälle an Berliner Schulen

„Die Notfallpläne sind ein Nachschlagewerk, mit dem die Berliner Schulen täglich arbeiten“, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Freitag. Zuletzt waren die Pläne nach Angaben der Senatsverwaltung im Jahr 2011 überarbeitet worden.

Die Schulen haben im vergangenen Schuljahr deutlich mehr Gewaltvorfälle gemeldet als im Jahr zuvor. Zugenommen hat vor allem die Zahl der Fälle, die dem Gefährdungsgrad I zugeordnet werden. Dazu gehören Beleidigungen, Drohungen und Tätlichkeiten. Die genannten Vorfälle werden zwar als weniger schwerwiegend eingestuft, das Zusammenleben an der Schule beeinträchtigen sie aber stark.

In den Jahren 2012/13 sind 1418 solcher Fälle gemeldet worden, 216 mehr als im Schuljahr davor. Laut der Statistik wurden im vergangenen Schuljahr insgesamt 2400 Gewaltvorfälle angezeigt. Seit 2005 gibt es Notfallpläne, in denen aufgeführt wird, wie die Schulleitungen auf unterschiedliche Formen der Gewalt reagieren sollen. An den meisten Schulen wurden sogenannte Krisenteams mit gesondert geschulten Lehrern gebildet.

( flo )