Am frühen Montagmorgen haben sich elf Personen an der Mahnwache auf dem Kreuzberger Oranienplatz beteiligt. Gegen 9 Uhr sprach die Polizei von fünf Teilnehmern. Demonstrationen und Kundgebungen seien für den Tag bisher nicht angemeldet worden, hieß es.
Am Wochenende hielten sich rund zwei Dutzend Flüchtlinge, vorwiegend Afrikaner, am nördlichen Teil der Grünanlage des Oranienplatzes auf. Sie saßen auf Parkbänken, auf Transparenten verkündeten sie, dass sie sich im Hungerstreik befänden. Ein Polizeisprecher sagte, die Aufgabe der Beamten sei es, gemeinsam mit Wachschützern das Betreten des geräumten südlichen Oranienplatzes zu verhindern. Die Anwesenheit der Flüchtlinge werde vom Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg geduldet.
Unter gesundheitlichen Problemen schienen die Protestierer nicht zu leiden. Sie hatten Wasser, Tee und Säfte zur Verfügung, um nicht zu dehydrieren, sagten Augenzeugen.
Friedlicher Protestmarsch am Oranienplatz
Mehrere hundert Menschen zogen am Sonntagnachmittag durch Kreuzberg, um ihre Solidarität mit der Baumbesetzerin Napuli L. zu bekunden. Die Sudanerin war aus Protest gegen den Abbau des Flüchtlingscamps am Dienstag auf eine Platane geklettert, die sie erst am späten Sonnabendabend nach mehr als 100 Stunden wieder verließ.
Der Protestmarsch zum Oranienplatz war genehmigt, er blieb nach Polizeiangaben ohne Zwischenfälle. Gegen 14 Uhr hatten sich zunächst bis zu 80 Demonstranten an der Ohlauer Straße versammelt. Die Teilnehmerzahl stieg während des Zuges über die Reichenberger Straße auf 450 Menschen an. Am Oranienplatz kamen etwa 200 Menschen auf der Nordseite des Platzes an, wo sich die Versammlung auflöste.
Stand soll über Situation von Flüchtlingen informieren
Die Baumbesetzerin hatte die Platane geräumt, nachdem ihr ein Schreiben übergeben worden war. Darin ging es um einen Stand, mit dem auf dem Oranienplatz weiter über die Situation von Flüchtlingen in Europa informiert werden soll.
Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) schrieb anschließend auf Twitter und Facebook, sie sei „froh, dass nun auch mit Napuli der Dialog möglich und ihre Gesundheit nicht mehr gefährdet ist“. Das Sprungkissen wurden inzwischen fortgeräumt, nur zwei zurückgelassene Transparente erinnern noch an die Protestaktion.
pol





