Spezialkräfte der Brandenburger Polizei haben am Dienstagmorgen zwei Verdächtige im Mordfall des erschossenen Türstehers Sebastian K. (39) überwältigt und festgenommen. Der Zugriff sei einem Ermittler zufolge gegen 6 Uhr an einem bislang nicht veröffentlichten Ort erfolgt.
Die Festgenommenen sollen Mitglieder der Rocker-Gruppierung Hells Angels sein. Sie wurden am Vormittag bei der Mordkommission an der Keithstraße vernommen. Ihnen sollten dort die Haftbefehle wegen Mordes verkündet werden.
Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, sagte, sind die 28 und 29 Jahre alten Männer dringend tatverdächtig, an zwei Tötungsdelikten beteiligt zu sein. Neben dem Mord an dem Türsteher geht es um einen versuchten Mord Ende Dezember: Bei einer Messerstecherei an der Residenzstraße in Reinickendorf wurde ein Mann lebensgefährlich verletzt.
Mit mehreren Schüssen getötet
Anfang September 2013 war Sebastian K. vor dem Soda Club in der Kulturbrauerei mit mehreren Schüssen getötet worden. Der Türsteher hatte vor der Tür der Diskothek auf dem Gelände der Kulturbrauerei in Berlin-Prenzlauer Berg gestanden, als vier Schüsse auf ihn abgegeben wurden. Zwei trafen den 39-Jährigen, der schwerste Verletzungen erlitt. Ein Notarzt konnte ihn noch vor Ort wiederbeleben, der Mann starb allerdings auf dem Weg ins Krankenhaus.
Angeblich hatte es vor der Schießerei einen Tumult in dem Klub gegeben haben, daraufhin sollen mehrere Sicherheitsmitarbeiter in das Innere gegangen sein. Der Täter, den mehrere Zeugen noch sahen, konnte damals zu Fuß entkommen.
Die Ermittlungen der Mordkommission, die sich auch auf das Rocker-Milieu erstreckt hatten, hatten lange festgesteckt. Schließlich hatte die Staatsanwaltschaft Berlin für Hinweise, die zur Aufklärung der Straftat und Festnahme des Täters führten, eine Belohnung in Höhe von bis zu 10.000 Euro ausgelobt.
Sebastian K. arbeitete bereits seit mehreren Jahren für eine Sicherheitsfirma und hatte sich als Sicherheitsmitarbeiter für den künftigen Flughafen BER beworben. Dort wäre er wohl auch nach Eröffnung des Flughafens eingesetzt worden. Nachbarn berichteten damals, K. habe bereits in der Vergangenheit erzählt, dass es vor dem Klub auf dem Gelände der Kulturbrauerei bereits mehrfach zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen sei.
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