Frikadelle mit Kartoffelstampf und Bio-Mischgemüse oder doch lieber Nudeln mit Tomatensoße? An der Schweizerhof Grundschule in Zehlendorf konnten die Schüler am Montag zwischen beiden Essen wählen. Zum Kompott gab es Aprikosenquark, als Vorspeise Salat von Möhren und Äpfeln. Wie immer waren die Nudeln der Renner.

Seit Februar liefert Sodexo das Essen für die Schweizerhof Schule. Heiko Höfel, Regionaldirektor des Unternehmens sagt, dass das Angebot gut ankomme. Der Bioanteil des Essens betrage jetzt mehr als 40 Prozent, die Standzeit liege unter drei Stunden. Die Schüler fänden es außerdem gut, dass sie selbst entscheiden können, wovon und wie viel sie nehmen wollen.

„In den 65 Schulen, für die wir kochen, gibt es Theken, die rundum begehbar sind, sodass viel Raum zum Auswählen bleibt.“ Schulleiter Matthias Urbatzka bestätigt, dass Schüler und Eltern mit dem Essen zufrieden sind. Kritik übt er jedoch am Ausschreibungsverfahren. „Wir wollten unseren Caterer Drei Köche behalten. Das war aber nicht möglich, weil unsere Essenskommission mit ihrer Bewertung an einem Punkt zu stark von der des bezirklichen Essensausschusses abgewichen ist.“

„Das nächste große Thema sind die Oberschulen“

Berlinweit haben aber nur 13 Grundschulen nicht den Caterer bekommen, den sie sich ausgesucht hatten. Die Senatsverwaltung für Bildung verweist auf komplizierte Vergaberichtlinien, wonach das Votum der Bezirksjury zähle, wenn die Schuljury einen Anbieter allein zu positiv bewerte. Das Schulessen wurde für alle Grundschulen neu ausgeschrieben, weil vom 1. Februar an, neue Qualitätsstandards und Preise gelten. Durch die Testessen der Schulen sollte der Einfluss von Eltern, Lehrern und Schülern auf die Auswahl der Caterer gestärkt werden. Letztlich macht aber der Bezirk den Vertrag mit dem Caterer. Ab Februar müssen die Eltern 37 Euro monatlich für das Essen zahlen. Bisher sind es 23 Euro.

Auch Rolf Hoppe, Geschäftsführer des Caterers Luna, der 70 Berliner Grundschulen mit Essen beliefert, sagt, dass die Umstellung auf die neuen Qualitätsstandards und Preise problemlos angelaufen sei. „Das nächste große Thema sind die Oberschulen“, so Hoppe. Während das Essen an den Kitas, Grundschulen und Universitäten subventioniert werde, sei das an den Oberschulen nicht der Fall.

„Dort kostet ein Mittagessen mindestens 3,50 Euro. Das hat zur Folge, dass immer mehr Eltern ihre Kinder vom Essen abmelden, weil es ihnen zu teuer ist.“ Hoppe kündigt an, dass der Verband der Berliner Schulcaterer Ende des Monats mit Staatssekretär Mark Rackles (SPD) über das Problem reden werde. Langfristig gehe es darum, dass auch das Essen für Oberschüler subventioniert werden muss.

Beate Stoffers, Sprecherin von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) sagt, dass die Versorgung mit einem Mittagessen an den weiterführenden Schulen in der Verantwortung der Bezirke liege. Die Bildungsverwaltung gehe davon aus, dass vor Ort ein Mittagessen im Sinne des Ganztagsangebotes bereitgestellt wird. „Vor dem Hintergrund der geglückten Neuordnung des Schulmittagessens in der Grundschule wird aktuell mit den Bezirken und den Anbietern über die Situation in den weiterführenden Schulen gesprochen. Ziel ist es, die Qualität und Akzeptanz des schulischen Mittagessens in den Oberschulen zu erhöhen.“