Im Berliner SPD-Kreisverband Neukölln wird es einen Wechsel an der Spitze geben. Der langjährige Kreischef Fritz Felgentreu will Ende April sein Amt niederlegen. Er habe auf der Kreisdelegiertenversammlung am Wochenende bei einer wichtigen Organisationsfrage eine Mehrheit gegen sich gehabt, sagte Felgentreu am Montag und bestätigte damit Medienberichte. Das sei bereits mehrmals passiert.

„Ich kann mich nicht mehr darauf verlassen, dass ich eine Mehrheit im Kreisverband habe, wenn es hart auf hart kommt“, sagte der Berliner SPD-Bundestagsabgeordnete, der zum rechten Flügel in der SPD zählt. Seinen Entschluss hatte Felgentreu auch auf Facebook gepostet.

Eigentlich habe er sich bei der Kreisdelegiertenversammlung am Sonnabend erneut zur Wahl als Kreischef stellen wollen, so Felgentreu. „Verlauf und Ergebnis der Debatte haben mir klar gemacht, dass ich mit meinem Verständnis von politischer Führung auf der Neuköllner KDV keine Mehrheit mehr habe“, schrieb er auf Facebook.

Nachfolger soll bis Ende April gefunden werden

Nur als „Verwalter und Moderator“ im Kreisverband tätig zu sein, sei ihm zu wenig. Deshalb sei die KDV unterbrochen und auf Ende April verschoben worden. Bis dahin solle ein Nachfolger für ihn gefunden werden. Er werde bei der Wahl nicht wieder antreten.

Ob er bei der Neuwahl des SPD-Landesvorstandes Mitte Mai erneut als ein Stellvertreter kandidieren werde, hänge vom Kreisverband Neukölln und seinem Nachfolger ab, sagte Felgentreu. „Wenn sie mich für den SPD-Vizeposten nominieren, mache ich es gern.“ Er brauche dieses Votum. Nur dann habe er das Neuköllner Stimmenpaket hinter sich.

dpa/jkw