Mehrere tausend Angestellte und Beamte haben in Berlin und Brandenburg für höhere Gehälter im öffentlichen Dienst demonstriert. Rund 2000 Beschäftigte aus ganz Brandenburg folgten am Montag dem Aufruf der Gewerkschaft Ver.di zu einer Großkundgebung in Potsdam. In einem Protestzug mit Trillerpfeifen und Sambatrommeln legten sie den Verkehr in der Innenstadt lahm. Derweil waren zahlreiche Stadt- und Kreisverwaltungen sowie kommunale Kitas und Sparkassen nur mit eingeschränktem Service geöffnet. In Berlin folgten rund 1000 Beschäftigte einem Aufruf des Beamtenbundes dbb und zogen vor das Bundesfinanzministerium.
Der Beamtenbund hatte unter anderem in der Zollverwaltung sowie bei der Rentenversicherung und der Bundeswehrverwaltung in Berlin zum Warnstreik aufgerufen. Der dbb-Verhandlungsführer Willi Russ beklagte auf der Kundgebung vor dem Finanzministerium ein zunehmendes Einkommensgefälle zwischen öffentlichem Dienst und Privatwirtschaft. Die Gewerkschaften verlangen, die Gehälter der rund 2,1 Millionen Angestellten des Bundes und der Kommunen um einen Sockelbetrag von 100 Euro und zusätzlich 3,5 Prozent zu erhöhen.
In dem Tarifstreit machen die Gewerkschaften seit eineinhalb Wochen in verschiedenen Teilen Deutschlands mit Arbeitsniederlegungen Druck auf die Arbeitgeber. Die ersten beiden Verhandlungsrunden waren ohne Ergebnis geblieben. Die dritte Runde ist für den kommenden Montag (31.3.) in Potsdam angesetzt. Die Arbeitgeber haben bisher kein Angebot unterbreitet. Die Einkommensrunde sei erst vorbei, wenn das Tarifergebnis für die Angestellten in vollem Umfang auf die Beamten des Bundes übertragen worden sei, erklärte dbb-Vize Ulrich Benra.
dpa/alu




