25 Jahre Mauerfall

DDR-Bürger zeigen Solidarität für Václav Havel

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

In zehn Städten in der DDR haben am 20. März 1989 zahlreiche Menschen auf mehreren Solidaritätsveranstaltungen, vor allem in Kirchen, die Freilassung von in Prag inhaftierten Bürgerrechtlern gefordert. In der Ostberliner Zionsgemeinde, der ehemaligen Wirkungsstätte von Dietrich Bonhoeffer, sagte Pfarrer Hans Simon vor mehr als hundert Teilnehmern, Verhaftungen und Verurteilungen seien kein Mittel um Probleme zu lösen.

Der spätere tschechische Staatspräsident Václav Havel war mit sechs Bürgerrechtlern bei einer Gedenkveranstaltung verhaftet worden. Sie wollten an den Demonstranten Jan Palach erinnern, der sich 20 Jahre zuvor aus Protest gegen den Einzug der Warschauer-Pakt-Truppen in die CSSR selbst verbrannt hatte. Havel, Mitbegründer der Menschenrechtsbewegung „Charta 77“ in der Tschechoslowakei, wurde zu neun Monaten Haft verurteilt.