25 Jahre Mauerfall

Hoffnung auf Glasnost

Berlin auf dem Weg zur geeinten Stadt: Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Die Berliner Morgenpost erinnert in einer Serie täglich an die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert.

„Die Masse der Bevölkerung hat große Sympathien für Gorbatschow, die KPdSU und das sowjetische Volk. Heute sind diese Sympathien spontan. Früher wurden sie angeordnet. Die Menschen fühlen, dass etwas Ungeheures vor sich geht“, sagte der DDR-Schriftsteller Stephan Hermlin laut einem Bericht der New York Times vom 18. März 1989 über das Verhältnis der DDR-Bürger zu den Reformen in der Sowjetunion. Zwei Wochen lang reiste „New York Times“-Reporter Henry Kamm durch die DDR, um Meinungen zu „Glasnost“ und „Perestroika“ zu sammeln.

Einen Ost-Berliner Arbeiter zitierte er: „All die Jahre haben sie uns erzählt, wir sollten von der Sowjetunion lernen. Jetzt heißt es plötzlich, wir sollten unseren eigenen Weg gehen.“ Kamm bescheinigte den „außergewöhnlich gut gebildeten“ DDR-Bürgern ein großes Interesse an den Entwicklungen in der Sowjetunion.