Die neue Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) wirbt dafür, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mehr Geld für deren Bauprojekte zur Verfügung zu stellen. Die Sanierung der weltberühmten Museumsinsel sei trotz langer Bauzeiten bisher ohne Preissteigerungen beschlossen worden, sagte Grütters der „Süddeutschen Zeitung“. Zudem gebe es ein Interesse, möglichst rasch zu bauen, um die Museen nicht länger als nötig schließen zu müssen.

„Da wir einen ausgeglichenen Haushalt anstreben, muss ich in Gesprächen und Verhandlungen mit dem Bundestag und dem Finanzminister für die Kultur werben“, kündigte die CDU-Politikerin an. Der Kulturausschuss hat am Mittwochnachmittag Stiftungspräsident Herrmann Parzinger zu einem Bericht über die aktuellen Projekte geladen. Die Sitzung findet hinter verschlossenen Türen statt.

Grütters sprach sich auch dafür aus, so schnell wie möglich das geplante Museum der Moderne hinter der Neuen Nationalgalerie zu bauen. Damit dürfe jedoch die „großartige Vision“ nicht aufgegeben werden, langfristig die Alten Meister vom Potsdamer Platz mit den Skulpturen auf der Museumsinsel zusammenzuführen.

„Ende des Handaufhaltens“

Grütters verlangte von Berlin mehr Engagement in der Kulturpolitik. „Das, was hier gelingt, wird in den Augen der Welt der ganzen Nation zugeschrieben“, sagte sie. „Umgekehrt sollte Berlin anerkennen, dass Hauptstadt-Sein auch eine dienende Funktion ist und sich nicht nur in der Geste des Handaufhaltens erschöpfen sollte.“

Zugleich wies die CDU-Politikerin den Vorwurf zurück, die Bundespolitik konzentriere sich zu sehr auf Berlin. Dass 42 Prozent des Kulturhaushalts hierhin flössen, sei eine Anerkennung der besonderen Rolle der Hauptstadt. „Berlin ist kein konkurrierendes Bundesland wie alle anderen. Meinen Kollegen in den anderen Bundesländern versuche ich klarzumachen, dass sie als Erste von einer Kulturblüte in ihrer Bundeshauptstadt profitieren.“

Etatkürzungen zerstören Kultur

Kürzungen bei Kulturetats hinterließen aus Sicht Grütters irreparable Schäden. „Kulturetats sind klein und sensibel, sie eignen sich nicht für Haushaltssanierungen“, sagte sie. Daher sei es sehr enttäuschend, wenn budgetäre Zwänge ausgerechnet zu Kürzungen bei den kleinen Kulturetats führten: „Da wird mehr an Leben zerstört als an Geld gewonnen.“ Alles, was an kultureller Infrastruktur einmal vernichtet sei, entstehe nicht wieder.

Sie wolle sich daher regelmäßig mit den Kultusministern der Länder treffen, um über die großen Chancen und Potenziale der Kultur zu reden, betonte Grütters. Es geht ihr darum, „das einfache Nebeneinander nicht zu akzeptieren, sondern im Sinne des kooperativen Kulturföderalismus voranzukommen“.

dpa/KNA/mim