Geldautomaten geraten in Berlin immer häufiger ins Visier von Tätern - zuletzt Dienstagnacht ein Automat der Sparkasse am U-Bahnhof Rudow. Der Coup in Neukölln scheiterte allerdings. Der Bankautomat war aufgebohrt worden, laut Polizei steckte ein Plastikschlauch in dem Gerät. Von den Tätern fehlt seitdem jede Spur.

Wir haben eine interaktive Grafik dazu:

Auch in Borsigwalde versuchten Unbekannte am 14. März 2013 vergeblich, einen Geldautomaten zu stehlen. Ein Zeuge hatte gegen 5.15 Uhr auf dem Gelände eines Spielcasinos an der Miraustraße ein stark beschädigtes Auto und einen umgefallenen Geldautomaten bemerkt. Die Unbekannten hatten versucht, mit einem zuvor gestohlenen VW das Gerät aus der Verankerung zu rammen.

Sechs Tage zuvor hatte eine andere Bande mehr Erfolg und stahl einen vollständigen Automaten aus einer Einkaufspassage an der Frankfurter Allee in Friedrichshain. Ermittlungen ergaben, dass die Täter das Gerät aus der Bodenverankerung gestemmt und ihn anschließend mit einem Rollwagen ins Freie transportiert hatten. Am 25. Januar sprengten Unbekannte einen Geldautomaten im Vorraum einer Bank am Britzer Damm in Neukölln. Drei Maskierte waren mit den Geldkassetten entkommen, die Kennzeichen ihres dunkelblauen Kombis hatten sie zuvor von einem Auto an der Borussiastraße in Tempelhof gestohlen. Durch die Detonation waren sowohl der Vorraum der Bank als auch die dahinter liegenden Räume stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

Einbruchsserie bei Berliner Geldautomaten reißt nicht ab

Am 5. Januar hatten Einbrecher die Decke einer Außentoilette zerstört, um sich Zugang zu einem Kino an der Boxhagener Straße in Friedrichshain zu verschaffen. Dort brachen sie einen Geldautomaten auf. Ohne Beute flüchteten Unbekannte eine Nacht zuvor, die ein solches Gerät am U-Bahnhof Kurfürstendamm aufbrechen wollten.

Nach Angaben eines Kriminalbeamten gibt es in Berlin nicht nur eine Bande, die es auf Geldautomaten abgesehen hat, sondern mehrere. Dieses Phänomen sei auch aus anderen deutschen Großstädten bekannt. „Die Täter suchen sich mit Vorliebe Geräte aus, die zur Nachtzeit nicht oft frequentiert werden, bevorzugt in Bahnhöfen“, so der Ermittler. Für die Taten bräuchten sie schweres Einbruchswerkzeug, deswegen müssten die Polizeibeamten stets damit rechnen, mit diesen angegriffen zu werden. Zwar seien Einbrecher selten gewalttätig, eine Garantie dafür gebe es allerdings nicht.