Erneut haben Unbekannte in Berlin versucht, einen Geldautomaten aufzusprengen. Der Coup in Neukölln scheiterte allerdings, zudem wurden die Täter von BVG-Mitarbeitern gestört. Nun ermittelt das Landeskriminalamt.
Nach ersten Erkenntnissen der zuständigen Ermittler handelt es sich um Personen, die vermutlich zum ersten Mal einen solchen Bruch versucht haben. Es habe an Professionalität gefehlt. Dennoch: So wie die Täter vorgingen, hätten Menschen schwer verletzt werden können.
Gegen 2.40 Uhr hatten zwei 42 und 61 Jahre alte Mitarbeiter der BVG die Polizei alarmiert, weil sie zuvor Bohr- und Stemmgeräusche aus dem Zwischendeck des U-Bahnhofes Rudow gehört hatten. Als sie sich dorthin begaben, sahen sie einen Mann, der sich an dem Geldautomaten der Sparkasse zu schaffen machte.
Kurz vor Eintreffen der Beamten war er aber bereits geflüchtet. Eine Einsatzhundertschaft der Bereitschaftspolizei wurde angefordert, um die Täter zu stellen und die Umgebung zu sichern. Einige der Polizisten trugen Maschinenpistolen, weil von einer hohen Gefährlichkeit der Täter ausgegangen werden musste.
Gas zündete nicht - Automat versucht aufzubrechen
Kriminaltechniker fanden schnell heraus, wie die Gesuchten vorgegangen waren - und wie gefährlich ihr Handeln war: Neben dem Geldausgabegerät stand eine große Gasflasche, die von mindestens zwei Männern getragen worden sein musste. Der Automat war aufgebohrt worden, das Gas war ins Innere geleitet worden und sollte mit einer 20 Meter langen Spur aus Brandbeschleuniger zur Explosion gebracht werden.
Warum das Gas sich nicht entzündete, wird noch ermittelt. Offenbar hatte der von den BVG-Mitarbeitern entdeckte Mann letztlich versucht, den Automaten nach der ausbleibenden Explosion aufzubrechen. Als er entdeckt wurde, flüchtete er. Ob dabei ein Fahrzeug genutzt wurde und wie viele Kollegen er hatte, steht noch nicht fest.
Beamte der „Ermittlungsgruppe Giro“, die sich mit dieser Form der Kriminalität beschäftigen, haben die Ermittlungen noch in der Nacht übernommen. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.


