Sechs unbekannte Männer haben in der Nacht zu Freitag versucht, in das Flüchtlingsheim an der Carola-Neher-/Ecke Maxie-Wander-Straße in Berlin-Hellersdorf einzudringen. Dem Vorfall war bereits eine Auseinandersetzung und versuchte gefährliche Körperverletzung auf der Straße vor der ehemaligen Schule vorausgegangen.

Nach Angaben der Polizei waren zwei 19 und 20 Jahre alte Bewohner des Heims kurz nach Mitternacht auf dem Weg zurück in die Unterkunft, als die sechs unbekannten Männer sie vor dem Haus aufforderten, stehen zu bleiben. Kurz darauf wurden die beiden Bewohner des Heims mit Bierflaschen beworfen, konnten sich aber laut Polizei noch unverletzt in das Gebäude retten.

Die sechs Unbekannten folgten ihnen jedoch und wollten in das Heim eindringen, konnten aber von den beiden Bewohnern daran gehindert werden. Die Angreifer flüchteten dann – nachdem sie noch Drohungen ausgesprochen hatten. Weil hinter der Attacke wahrscheinlich ein politisches Motiv steckt, hat der polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts die Ermittlungen übernommen.

Rund um das Flüchtlingsheim in der ehemaligen Schule kommt es immer wieder zu fremdenfeindlichen Attacken. Die Opferberatungsstelle ReachOut hatte erst vor wenigen Tagen berichtet, in Hellersdorf habe es 2013 so viele rassistische Übergriffe gegeben wie in keinem anderen Berliner Stadtteil. Auch die Polizei stellte rund um das Heim einen Brennpunkt politisch motivierter Gewalt fest. Laut Kriminalstatistik gab es in diesem Zusammenhang vergangenes Jahr allein 64 rechtsextreme Straftaten, darunter fünf Gewaltdelikte.

Unterdessen droht auch am Flüchtlingscamp auf dem Oranienplatz Unruhe. Wie die Polizei am Freitag bestätigte, will die rechtspopulistische Partei Pro Deutschland am Sonntagnachmittag dort demonstrieren, zehn Teilnehmer seien angemeldet. Die Polizei rechnet mit Gegendemonstranten.

cbr