Ein 36-jähriger Mann soll aus Wut über eine Geldstrafe wegen häuslicher Gewalt erneut seine Lebensgefährtin misshandelt haben. Drei Monate nach seiner Inhaftierung hat er die Vorwürfe vor dem Berliner Landgericht bestritten. „Ich war zwar sauer, aber es ist nichts passiert, ich habe keine Erklärung für die Anzeige meiner ehemaligen Lebensgefährtin“, sagte der Mann am Donnerstag zu Beginn seines Strafprozesses. Die Anklage lautet auf besonders schwere räuberische Erpressung.

Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft soll er die 25-jährige Frau im Mai 2013 in ihrer Wohnung in Berlin-Spandau mit der Faust geschlagen und ihr Haare ausgerissen haben. Er habe ihr vorgeworfen, dass er wenige Wochen zuvor aufgrund ihrer Aussage zu einer Strafzahlung von 900 Euro wegen Körperverletzung verurteilt worden war.

Die Mutter flüchtete ins Frauenhaus

Unter Vorhalt eines Messers habe er die Frau gezwungen, mit ihm zur Bank zu gehen und ihm das an sie ausgezahlte Kindergeld für den gemeinsamen Jungen auszuhändigen. Aus Angst vor weiteren Angriffen sei die Mutter danach mit dem Sohn in ein Frauenhaus geflüchtet.

Der Angeklagte sagte, die Trennung von seiner Lebensgefährtin sei von ihm ausgegangen. Die Frau habe jedoch immer wieder den Kontakt zu ihm gesucht. Die Geldstrafe, die nach Schlägen gegen die Frau vor den Augen von Mitarbeitern des Jugendamtes verhängt worden war, hätten sie gemeinsam abstottern wollen. Dagegen sagte die 25-Jährige, es habe in der Beziehung regelmäßig häusliche Gewalt gegeben. Der Mann habe damals Drogen konsumiert und sei häufig aggressiv geworden. Der Prozess wird am 20. März fortgesetzt.

dpa/seg