Die Berliner Polizei hat einen Schweizer Pädophilen festgenommen. Wie ein Sprecher bestätigte, wurde der Mann am Donnerstagabend in Pankow ergriffen. Am 12. Februar entkam Christoph E. aus einer psychiatrischen Klinik in Basel. Er soll nun zurück innerhalb von maximal vier bis sechs Wochen in die Schweiz gebracht werden.
Ein Hinweisgeber hatte der Polizei mitgeteilt, dass er den Geflüchteten seit Anfang März dieses Jahres regelmäßig im Bezirk gesehen hatte. Zivilpolizisten fuhren daraufhin gegen 18.45 Uhr zur vermeintlichen Wohnanschrift des 46-Jährigen. Als die Polizisten an der Wohnung eintrafen, sprang der Mann aus einem Fenster im Hochparterre und konnte festgenommen werden. Durch den Sprung erlitt er eine Beinfraktur und kam zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus.
Christoph E. ist ein bekennender Pädophiler und war seit mehr als drei Wochen auf der Flucht. Der 46-Jährige hatte sich nach einem Freigang nicht mehr in der Psychiatrie zurückgemeldet.
Medien waren im Herbst 2013 auf Egger aufmerksam geworden, weil er sich in einem Dokumentarfilm des Lokalsenders TeleBasel zu seiner Neigung bekannt hatte. Er ließ sich für die 30-minütige Dokumentation „Leben als Pädophiler“ von Filmemacher Alain Godet mehr als zwei Jahre begleiten – unter anderem bei der chemischen Kastration.
Zwölf Jahre saß Egger im Gefängnis
Nach Ausstrahlung der Dokumentation wurde immer wieder über den Fall Egger berichtet, denn das Outing wurde nicht nur positiv aufgenommen. Vor allem Familien aus seiner Nachbarschaft waren besorgt. Mit dem Film habe er zeigen wollen, dass man auch als Pädophiler deliktfrei leben könne, wenn man eine Therapie mache, sagte Egger über die Dokumentation. „Die mediale Hexenjagd, die nun auf mich ausgerufen wurde, ist traurig.“
Zwölf Jahre saß er im Gefängnis. Egger hatte sich 2008 nach einem Rückfall freiwillig für die chemische Kastration entschieden. Es handelt sich bei ihm um einen Wiederholungstäter. Bereits im Alter von 25 Jahren war er straffällig geworden und saß bereits wegen sexuellen Missbrauchs zwölf Jahre im Gefängnis. Ihm konnten mehrere Übergriffe auf pubertierende Jungen im Alter zwischen neun und 15 Jahren nachgewiesen werden, die er auf dem Rummelplatz mit Fahrchips anlockte und deren „sexuelle Neugier“ er nach eigener Aussage ausnutzte.
Nach der chemischen Kastration behauptete er, sich drei Jahre lang keinem Jugendlichen genähert zu haben. Egger schien angeblich ein normales Leben zu führen. Er habe einen Job in der Altenpflege angenommen und sich unter Kontrolle, schrieb er in der „Baseler Zeitung“.
Stationäre Therapie in psychiatrischer Klink
2012 wurden die Behörden jedoch erneut aufmerksam, denn Jugendliche hatten auf dem Schulhof Bilder einer Webcam herumgezeigt, die Egger beim Masturbieren zeigten. Daraufhin verlangten sie eine dauerhafte Sicherungsverwahrung. Gegen diese konnte sich Egger zwar juristisch erfolgreich wehren, allerdings musste er an einer stationären Therapie an der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) teilnehmen. Diese brach er nun ab und kehrte nach einem bewilligten Spaziergang nicht mehr zurück.
Kurz- oder mittelfristig gehe laut Marc Graf, Direktor der Forensisch-Psychiatrischen Klinik, keine Gefahr aus, heißt es in dem Bericht von Onlinereports.ch. Aber langfristig sei ein Risiko nicht auszuschließen. Der Grund: Die Wirkung des Präparats lässt nach etwa drei Monaten wieder nach.
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