Das Wetter passt in diesem Jahr zum meteorologischen Frühlingsbeginn am 1. März. Stimmen die Vorhersagen, können die Berliner am Wochenende mit zweistelligen Temperaturen und viel Sonne rechnen. Es kann also losgehen im Garten. Und die Berliner Morgenpost gibt Tipps. Gartenexpertin Gabriella Pape, die seit Jahren in der Berliner Morgenpost eine Kolumne schreibt und die Königliche Gartenakademie in Dahlem leitet, stellt sich am heutigen Freitag den Fragen der Leser.

Die Pflanzsaison beginnt also. Gartenbauwissenschaftlerin Nora Spieß von der Späthschen Baumschule in Treptow ermuntert jedenfalls dazu. „Der knackige Winter ist ausgeblieben, der Boden deshalb offen“, sagt sie. Mit dem Pflanzen könne also begonnen werden. Viele Berliner würden jetzt Frühblüher kaufen sowie Gehölze wie Forsythien, Schneeball oder Kornelkirsche, die bereits erste Blüten haben und etwas her machen würden. „All das kann jetzt in den Boden.“ Aber auch Obstgehölze könne man bereits pflanzen. „Leichter Nachtfrost macht den Bäumchen nichts aus“, sagt Nora Spieß.

Rosen jetzt abhäufeln

Gemüseliebhaber dürfen jetzt einige Wurzel- und Salatarten direkt ins Freiland säen. Dazu gehören Radieschen, Möhren, Kresse, Rucola oder kleine Blattsalate. Kopfsalat und Kohlrabi sollten hingegen am besten als kleine Pflänzchen gesetzt werden. Für alle anderen Sorten gilt, noch etwas zu warten, am besten bis zur Blüte der Forsythien.

Da für die Einsaat die oberste Bodenschicht möglichst feinkrümelig und gleichmäßig sein sollte, müssen schwere Böden mit einem hohen Lehm- oder Tonanteil im Frühjahr unbedingt umgegraben werden, wenn dies im Herbst nicht geschehen ist. Danach sollten sie zwei bis drei Wochen ruhen, damit sie wieder durchwärmen und die Mikroorganismen wieder in die oberen Bodenschichten gelangen. Bei leichten Böden reicht es, wenn man sie gut durchhackt, bevor das Saatgut eingebracht wird. Gartenexperten geben für dieses Wochenende auch die Harke frei. Das Herbstlaub sollte jetzt von den Beeten entfernt werden, sagt Nora Spieß. Und wer im Herbst seine Rosen angehäufelt hat, kann diese nun von ihrem Schutz befreien. Langer, hartnäckiger Frost sei nicht mehr zu erwarten, heißt es.

Pläne schmieden

Viele Gärtner haben das längst vorausgesehen und schon in den vergangenen Tagen ihre Bette geharkt. Sie können sich jetzt dem Rasen zuwenden. Der sollte vertikutiert werden, damit Moos und Unkraut keine Chance haben. Auch düngen kann man ihn jetzt. Gut sind fertige Mischungen aus Phosphat, Stickstoff und Kalium. Die machen den Rasen wieder fit.

Wenn es am Wochenende schön wird, dürfen die Kübelpflanzen schon mal in die Sonne. Abends sollten sie aber unbedingt wieder reingeholt werden. Kühle Nächte, vor allem leichte Nachtfröste nehmen sie sonst übel. Was auch zu tun ist: Gärtner sollten in diesen Tagen nicht vergessen, sich Zeit zum Träumen und Pläneschmieden zu nehmen. Schließlich gibt es nichts Schöneres, als im Vorfrühling durch den Garten zu gehen, zu schauen, wo sich etwas regt und sich vorzustellen, wie es im Sommer aussehen könnte. In den vergangenen Jahren waren Bepflanzungen nach englischem Vorbild angesagt. Rosen – vor allem alte Sorten –, Lavendel und Frauenmantel dominierten viele Beete.

In diesem Jahr dürfte sich daran nicht viel ändern. Romantische Kombinationen sind derzeit einfach besonders beliebt. Nora Spieß, die in der Späthschen Baumschule als Produktionsleiterin tätig ist, sagt, dass man ansonsten immer erst am Ende des Jahres sagen kann, wohin im Garten der Trend ging. „Viele Leute lassen sich gern von Gartenmagazinen inspirieren.“