Recycling

Berliner SPD und CDU einig – Altglas-Tonnen bleiben erhalten

Das Duale System hat in mehreren Bezirken Glas-Container aus den Kiezen abgezogen und setzt nun auf wenige große Altglas-Iglus. SPD und CDU drängen nun drauf, dass die Hof-Tonnen in Berlin bleiben.

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Die Altglas-Container in den Höfen von Mehrfamilienhäusern bleiben erhalten, in den Bezirken, in denen sie abgebaut wurden, sollen sie wieder aufgestellt werden. Darauf verständigten sich die Berliner SPD und CDU bei einer Klausurtagung der Wohnungs- und Stadtentwicklungsexperten an diesem Wochenende. Damit bleibt das bewährte System der wohnortnahen Altglas-Sammlung erhalten.

„Der Senat wird aufgefordert, gegenüber dem Dualen System Deutschland (DSD) darauf zu drängen, dass die seit Jahrzehnten bewährte und verbraucherfreundliche Berliner haushaltsnahe Altglassammlung erhalten und optimiert wird“, heißt es in dem Antrag, auf den sich SPD und CDU verständigten. „Ich bin zuversichtlich, dass wir auch die Oppositionsparteien dafür gewinnen können“, sagte der SPD-Umweltexperte Daniel Buchholz.

Tonnen sollen kurzfristig wieder stehen

Ende vergangenen Jahres hatte das Duale System in den Bezirken Treptow-Köpenick, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf die wohnortnahen Behälter eingezogen. Sie sollten durch große Container im Straßenland ersetzt werden. Das hatte zu erheblichen Problemen bei der Altglas-Sammlung geführt. In den Bezirken Spandau, Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf sollte die Umstellung auf eine dezentrale Sammlung in diesem Jahr erfolgen. Das ist jetzt vom Tisch.

„Für die in den Bezirken Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick seit November 2013 abgezogenen Altglastonnen ist kurzfristig die Wiederaufstellung zu erreichen“, sagte Buchholz, der den Antrag für das Abgeordnetenhaus formuliert hat. „In allen anderen Berliner Bezirken ist sicher zu stellen, dass der vorhandene Ausbaugrad der haushaltsnahen Altglassammlung mindestens erhalten bleibt.“ Die vom Dualen System eingeleitete Umstellung auf weniger Altglas-Iglus im Straßenland sei „nicht zu tolerieren“, sind sich SPD und CDU einig.

SPD und CDU wollen bessere Qualität

In den vergangenen Monaten war ein Streit zwischen Dualem System, dem Land Berlin und Altglas-Recyclern entstanden. Einige Deponien weigerten sich, das Berliner Altglas zu recyceln, weil die Qualität zu schlecht sei. Das Duale System machte dafür die Berliner Hof-Tonnen verantwortlich. Anders als bei den Iglus, wird in den Berliner Höfen nur zwischen Weiß- und Buntglas unterschieden. In den Iglus wird das Glas dagegen nach drei Farben getrennt (weiß, grün, braun).

Eine Anhörung im Abgeordnetenhaus hatte jedoch ergeben, dass für die schlechte Qualität des Berliner Altglases nicht die Berliner verantwortlich sind, sondern das der Transport und das mehrfache Umladen zu einer Beeinträchtigung der Qualität führt. Für die Herstellung von Flaschen aus recyceltem Glas ist es notwendig, dass große Scherben zu den Glasherstellern geliefert werden. Durch das mehrfache Umladen des Berliner Glases entstehen jedoch viele kleine Scherben.

SPD und CDU haben deshalb darüber hinaus beschlossen, das Duale System zu einer Verbesserung der Altglas-Qualität zu drängen und da, wo es noch nicht geschehen ist, vertraglich daran zu binden. Dazu fordert das Abgeordnetenhaus vom Senat eine erste Zwischenbilanz bis zum 1. April dieses Jahres.