Schwarzfahrer machen den öffentlichen Verkehrsunternehmen in Berlin weiterhin schwer zu schaffen. 2013 ertappten Kontrolleure weit mehr als eine halbe Million Fahrgäste ohne gültiges Ticket. Zwei Jahre zuvor waren es noch etwas weniger als 500.000 gewesen.

228.727 Schwarzfahrer wurden 2013 in Bussen und Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) registriert, wie das Unternehmen mitteilte. 325.600 waren es in den S-Bahnen und damit gut 24.000 mehr als 2012, teilte die Tochter der Deutschen Bahn mit.

Damit kam die S-Bahn auf einen Schwarzfahreranteil von 4,5 Prozent unter ihren kontrollierten Fahrgästen. Auf drei bis vier Prozent veranschlagte die BVG den Anteil der Beförderten ohne Fahrschein in ihren Bussen und Bahnen. Zahlen für 2012 konnte die BVG nicht nennen und verwies auf einen Wechsel ihres Sicherheitsdienstleisters.

Schaden von etwa 35 Millionen Euro

Durch erschlichene Fahrten entsteht der BVG nach eigenen Angaben jährlich ein Schaden von etwa 20 Millionen Euro. Die S-Bahn Berlin GmbH veranschlagt den Schaden auf etwa 15 Millionen Euro.

Damit sich Schwarzfahrer nicht zu sicher fühlen, sind für die BVG 120 Kontrolleure unterwegs, wie Unternehmenssprecher Markus Falkner erläuterte. Von ihnen seien 40 direkt angestellt, weitere 80 würden über ein externes Unternehmen beschäftigt. Für die nächste Zeit plant die BVG eine Aufstockung um weitere 20 Kontrolleure. Die Berliner S-Bahn beschäftigt nach eigenen Angaben derzeit 72 Kontrolleure und will deren Zahl ebenfalls vergrößern.

Notorische Schwarzfahrer müssen in den S-Bahnen mit einer Anzeige rechnen. Wenn sie erwischt werden, bleibe es die ersten beiden Male noch bei den bundesweit vorgeschriebenen 40 Euro Bußgeld, teilte die S-Bahn mit. Wer aber innerhalb eines Jahres dreimal erwischt wird, werde angezeigt. Das sei 2013 immerhin 9393 Mal vorgekommen.

Zurückhaltender ist die BVG: „Solange die Strafe gezahlt wird, unternehmen wir meist nichts“, so Falkner. Nur in Einzelfällen zeige das Unternehmen Schwarzfahrer an. Um noch mehr Menschen von Fahrten ohne Fahrschein abzuschrecken, hält Falkner höhere Bußgelder für wünschenswert: „Wir unterstützen die Forderung, das Bußgeld deutschlandweit auf 60 Euro zu erhöhen.“

dpa/sei